Aktuelle Ausgabe

Leipziger Buchmesse so international wie nie

16.03.2026

Die Leipziger Buchmesse 2026 unterstreicht ihre Bedeutung als internationaler Treffpunkt der Literaturwelt.

In diesem Jahr kommen Aussteller aus mehr Ländern als je zuvor nach Leipzig – darunter erstmals aus dem Kongo und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Literarische Größen treffen auf vielversprechende Neuentdeckungen, Krimis auf Lyrik, historische Aufarbeitung auf zeitgenössische Gesellschaftskritik. Weit über das Donau-Fokusthema hinaus zeigt die Messe ihre globale Reichweite, öffnet Türen in den deutschsprachigen Buchmarkt und beweist einmal mehr, dass Literatur verbindet. 

Kulturen aus aller Welt

In Halle 4 begegnen sich literarische Kulturen aus aller Welt. Hier treffen internationale Autoren Übersetzer und Verleger aufeinander. „Die Leipziger Buchmesse ist ein Ort der Begegnung ohne Grenzen. Das zeigt sich 2026 so deutlich wie nie zuvor. Mit Aussteller:innen aus 54 Ländern beweisen wir, dass Literatur Kontinente, Sprachen und Kulturen verbindet. Von erstmaligen Gästen wie dem Kongo bis zu langjährigen Partnern wie Frankreich und Polen: Leipzig ist die Brücke zwischen der literarischen Kultur eines Landes und dem deutschsprachigen Publikum“, erklärt Astrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse. 

Den feierlichen Auftakt macht am 19. März die Eröffnung des Café Europa. Miljenko Jergović, Träger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2026, spricht dort mit Laudatorin Barbi Marković über sein Werk – ein erster Höhepunkt in einem Programm voller internationaler literarischer Entdeckungen.

Premieren und Rückkehrer 

Mit der Demokratischen Republik Kongo und den Vereinigten Arabischen Emiraten – vertreten durch das Emirat Sharjah – betreten zwei neue literarische Welten die Leipziger Messebühne. Ihre Premiere unterstreicht die wachsende internationale Strahlkraft der Buchmesse als Plattform für vielfältige Stimmen aus allen Kontinenten. Mit einem starken literarischen Auftritt kehrt Chile nach längerer Pause auf die Messe zurück. Am 22. März stellt sich der preisgekrönte Autor Carlos Franz im Café Europa vor. Er gehört der Bewegung „Joven Narrativa Chilena“ (Junge chilenische Erzählkunst) an und ist eine wichtige Stimme der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur. Im Gespräch mit Übersetzer Lutz Kliche gibt er Einblicke in sein Schaffen.

Norwegen bleibt präsent 

Nach einem eindrucksvollen Gastlandauftritt 2025 setzt Norwegen seine vielstimmige literarische Präsenz fort. Die Norwegische Literaturnacht am 20. März in der Schaubühne Lindenfels spannt den Bogen von historischer Aufarbeitung über kulturelle Identität bis zu existenziellen Fragen: Trude Teige erzählt von Freundschaft im besetzten Norwegen 1944. Kathrine Nedrejord blickt auf die Unterdrückung der Sámi über vier Generationen. Frode Grytten beschreibt, was Abschied bedeutet, wenn die Aufgaben des Lebens erfüllt sind. Und Brit Bildøen liefert ein spannungsgeladenes Kammerspiel, in dem ein Familienfest in den Bergen zur dramatischen Bedrohung wird. Diese und weitere Schriftsteller:innen präsentieren sich außerdem am Messestand Norwegen in Halle 4.

Armenien auf der Buchmesse 

Ein besonderes Highlight ist die Teilnahme der ARI Literature Foundation, der armenischen Literaturstiftung, die dank der großzügigen Unterstützung der in Leipzig ansässigen Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur zustande kommt. Der Messeauftritt fügt sich in das Kulturjahr Jerewan-Leipzig ein und gibt armenischer Literatur und Kultur eine Bühne. Das Programm widmet sich postkolonialen Erfahrungen, kollektivem Trauma und der Rolle von Übersetzungen für unterrepräsentierte Literatur.

 
 

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