Aktuelle Ausgabe

Acht Bausteine für einen sicheren Re-Start der deutschen Messewirtschaft

18.03.2021

Bund und Länder haben sich auf das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie verständigt und mit schrittweisen Öffnungen begonnen. Die deutsche Messewirtschaft erwartet aufgrund ihrer langen Vorlauf- und Planungszeiten dringend ein Signal für den Neustart.

Messen sind als Branchenmarktplätze und als Innovations- und Kooperationsplattformen ein wichtiger Faktor für die kurz- und mittelfristige Erholung der deutschen Wirtschaft. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen brauchen vor allem auch ihre regionalen und nationalen Messen als Absatz- und Vertriebsplattform. Über 50% der ausstellenden Unternehmen haben bisher messbare wirtschaftliche Einbußen durch die Absage von Messen erlitten. Die Messeveranstalter und ihre Dienstleister hatten 2020 Umsatzrückgänge von über 70%.

Der AUMA fordert daher die politischen Entscheidungsträger auf, zeitnah die Wiederöffnung der Messen zu ermöglichen. Aus Sicht des AUMA sollten Bund und Länder dabei auf den bewährten Vorgaben aus dem Jahr 2020 aufbauen. Die Messewirtschaft verfügt über ganzheitliche Gesundheitsschutz-Konzepte, die behördlich genehmigt, erprobt und abgestimmt sind und sofort wieder umgesetzt werden können.

Die deutschen Messeveranstalter können alle relevanten Voraussetzungen für eine sichere Messeteilnahme in Corona-Zeiten erfüllen – durch folgende Maßnahmen:

1Nutzung des vorhandenen Flächenpotenzials
Die deutschen Messeplätze verfügen über ausreichend Flächen, um einen generellen Mindestabstand von 1,5 m zwischen Personen im gesamten Messegelände zu gewährleisten.

2. Begrenzung der Besucherzahl auf der genutzten Messefläche
Die Messeveranstalter stellen entsprechend den geltenden Verordnungen eine bestimmte Mindestfläche pro Besucher zur Verfügung.

3. Steuerung der Besucherströme
Die Messeveranstalter stellen durch Wegeleitsysteme, geschultes Personal und elektronische Kontrollsysteme sicher, dass sich keine Personenansammlungen bilden und Besucherströme sich nicht zu nahe begegnen.

4. Sicherstellung der Kontaktnachverfolgung
Um eine gezielte Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, werden alle Aussteller, Besucher und Dienstleister auf dem Gelände mit Name und Adresse registriert. Besuchertickets sind in der Regel nur online verfügbar und beziehen sich auf festgelegte Besuchstage.

5. Hohe Luftqualität
Mittels ihrer modernen Belüftungsanlagen gewährleisten die Messeplätze eine gute Durchlüftung von Eingängen, Hallen und Konferenzräumen. Dies wird noch unterstützt durch entsprechende Vorgaben zu einer offenen Standbauweise.

6. Zusammenarbeit mit Ausstellern
Die Messeveranstalter geben ihren Ausstellern bereits im Vorfeld der Messe Empfehlungen und Hinweise, die Abstandsregeln sowie die Möglichkeiten der persönlichen Hygiene bereits bei der Standgestaltung und bei der Planung der Messeabläufe einzuhalten.

7. Anwendung und Kontrolle der Standards
Es besteht eine Tragepflicht medizinischer Masken. Desinfektionsmittel werden in hoher Dichte bereitgestellt und sämtliche Kontaktflächen werden in engen Zyklen gereinigt. Die Messeveranstalter informieren alle Messeteilnehmer umfassend über die geltenden Regeln zum Gesundheitsschutz. Sie kontrollieren die Einhaltung dieser Regeln während der gesamten Messelaufzeit sowie in den Zeiten des Auf- und Abbaus regelmäßig durch geschultes Personal und machen auf Verstöße in angemessener Weise aufmerksam.

8. Integrierter Ansatz mit Partnern vor Ort
Die Messeveranstalter arbeiten zum Corona-konformen Aufenthalt der Teilnehmer in der Messestadt eng mit den regionalen Verkehrsverbünden und der örtlichen Hotellerie zusammen. Insbesondere werden für die An- und Abreise der Teilnehmer mit öffentlichen Verkehrsmitteln Kapazitäten bereitgestellt, die eine Beförderung entsprechend den aktuellen Corona-Regeln ermöglichen.


 
 

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