Der Münchner Messebauer MSM fand die Antwort auf die Frage, wie sich ein virtuelles Exponat in realer Standarchitektur präsentieren lässt.
Früher entwarfen Architekten zeichnerisch. Heute entstehen Gebäude virtuell in dreidimensional erscheinenden CAD-Welten. Einer der Pioniere der digitalen Baubranche ist Graphisoft. Seine neueste Entwicklung heißt Archicad 25. Mit dieser Cloud-basierten Software können Architekten in Teams simultan und an verschieden Standorten am gleichen, plastisch dargestellten Entwurf arbeiten. Jede Änderung ist sofort sichtbar.
Im Team geht alles – so lautet ein Motto des Software-Unternehmens. Wie lässt sich Teamwork visualisieren? Auf welche Weise können Architekten als Besucher auf einem Messestand an das Produkt herangeführt werden? Mit dieser Herausforderung beschäftigte sich das Design-Team von Messe Service Merkhoffer, kurz MSM GmbH. Das Münchner Messebau-Unternehmen war von Graphisoft beauftragt worden, den Stand für die Fachmesse Digitalbau 2022 in Köln zu entwickeln. Dank modularer Elemente lässt sich der Stand auch auf weiteren Veranstaltungen einsetzen.
„Klar, dass bei dieser Zielgruppe aus Konstrukteuren und Kreativen auch die Messearchitektur überzeugen musste“, wie Messedesigner Georg Trengler betont. „Wir haben praktisch die virtuelle in die bauliche dritte Dimension übersetzt.“ Als Kopfstand war der 115 Quadratmeter große Messeauftritt von drei Seiten her einseh- und begehbar. Als Highlight zog eine LED-Wand die Besucher-Blicke auf sich. Hier wie auf drei Demo-Tischen, die Workstations ähnelten, führten eindrucksvolle Videos in die Software ein.
Wie üblich, ging es nicht nur darum, das Produkt darzustellen und Besucher einzubinden. „Selbstverständlich sollte der komplette Auftritt auch das Corporate Design des Ausstellers widerspiegeln“, wie Georg Trengler vermerkt. „Design wird Architektur.“ Das Podest wurde außen wie innen im CI-konformen Dunkelblau lackiert, die Innen- und Durchgänge ebenso. Die andere CI-Farbe des Ausstellers ist ein Orange-Ton. Mit einer Klebefolie in diesem Farbton gestalteten die Messedesigner einen auffälligen umlaufenden Kantenstreifen. „Dieser orange Streifen konnte als Symbol für Verbindendes wie das Teamwork am gleichen Objekt gesehen werden“, so der Messedesigner.
Hinter
diesem farbigen Brüstungs-Element standen aber auch praktische Erwägungen: Es
hätte sich als Standbegrenzung mit Zu- und Abgängen bei eventuellen
Corona-Zugangsbeschränkungen einsetzen lassen. Auch diente es als Brüstung, Sitzpodest,
Theke und Ablage. Von außen betrachtet stellte es zudem eine abstrahierte
Stadtsilhouette dar. Indes: Nicht nur Farbe, Design und Videos lockten die
Besucher an den Stand. Zum beliebten Treffpunkt und Aufenthaltsort avancierte
die Kaffee-Bar unter der LED-Wand. Die MSM GmbH griff auf die Dienste eines
bewährten Baristas zurück, den sie schon des Öfteren auf Messen eingesetzt
hatte. „Guter Kaffee muss einfach sein. Er duftet und schmeckt verführerisch
und gehört einfach in jedes moderne Designer-Büro. Außerdem ist unser Barista
ein perfekter Entertainer, der die Besucher mitnimmt“, wie Georg Trengler
erklärt.
Ein typisch münchnerisches Element durfte auch auf dem Stand nicht fehlen. Schließlich sind sowohl der Aussteller Graphisoft als auch der Messebauer MSM in der Isar-Metropole beheimatet. So erhielten die Besucher schicke Brotzeit-Boxen aus Edelstahl als Giveaways. „Eine zünftige Brotzeit zwischendurch oder zum Abendessen im Biergarten ist in Bayern schließlich Brauch“, wie der Messedesigner betont (www.msm-gmbh.de).
Autor: Jens Kügler
Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 3/2022
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