Aktuelle Ausgabe

Round Table zur Fakuma 2026 gibt Impulse für Zukunftsfähigkeit

14.10.2026

Vernunft, Verstand, Kreativität, Innovation und noch mehr Mitwirkung – dieses Rezept für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft empfahl das Expertenteam, das am Nachmittag des zweiten Messetages am „Round Table zur Fakuma“ miteinander diskutierte.

„Die Stärken stärken“ lautete das Motto der Diskussionsrunde unter der Leitung von Moderator Markus Lüling, Geschäftsführer Kunststoff-Profi Verlag und Chefredakteur des Fachmagazins K-Profi und K-Aktuell. Ziel war es, über ökonomische Randbedingungen, ökologische Notwendigkeiten und soziale Herausforderungen zu sprechen und kunststoffverarbeitenden Unternehmen Wege in eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft aufzuzeigen. 

Handlungsfeld Stärken kommunizieren

Die Stärken der europäischen Kunststoffindustrie sind offensichtlich und können sich sehen lassen, fasste die Expertenrunde zusammen: Die Aspekte Vielfalt, Technologie, Recycling sowie durchgängige Prozessketten seien allesamt längst hervorragend besetzt. Die Expertenrunde mit Eva Söhnlein, Geschäftsführerin der Geiger Gruppe, Johannes Kilian, Vice President Process and Application Technology bei Engel Austria, Günther Klammer, CTO bei der Next Generation Holding, und Michael Weigelt, Geschäftsführer TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte – zeigte weitere Handlungsfelder auf: Eigene Stärken sollten unbedingt auch gezeigt und klar kommuniziert werden, zum Beispiel auf wirksamen Plattformen wie Messen, betonte Eva Söhnlein. 

Hinzu kommt, moderne KI-Tools als nützliches Werkzeug zu nutzen, um Prozessverbesserungen zu unterstützen und Komplexitäten zu bewältigen, hob Johannes Kilian hervor. Für mehr Resilienz und Effizienz sei es außerdem hilfreich, allzu enge Toleranzen und Überdimensionierungen zu überdenken. Die Unterstützung, das Expertenwissen und die Kontakte der Verbände sollten unbedingt mehr genutzt werden, unterstrich Michael Weigelt; wenn Unternehmen sich hier mehr und offensiv einbrächten, ließen sich bürokratische und normative Hürden eher senken. Es gelte, weitere Verordnungen und Richtlinien zu vermeiden, denn all diesen Hürden begrenzen Handlungsspielräume, gab Weigelt zu bedenken. Allerdings setzt dies voraus, dass Unternehmen alle vorhandenen Mitgestaltungsmöglichkeiten aktiv nutzen.

Handlungsfeld Recycling forcieren

Auch wenn die Kunststoff-Recyclingquote insgesamt noch unter dem gewünschten Niveau liege, sei das Know-how, wie man mit Recycling und Recyclingmaterial umgehe, stetig und erfolgreich gestiegen, fasste die Runde zusammen. Allerdings ist zum einen das Recyclataufkommen noch relativ gering und die Produktherstellung aus Recyclat teuerer als die Fertigung aus unbearbeiteten Rohstoffen. Und zum anderen bestehen vielfach noch Vorbehalte gegenüber Recyclingprodukten hinsichtlich Qualität und Designaspekten. 

Doch das werde sich allmählich verbessern, zum Beispiel auch dadurch, Bauteile gezielt für Recyclate zu entwickeln. Nicht zuletzt plädierten die Experten am Runden Tisch dafür, bei allen sich bietenden Gelegenheiten noch mehr Begeisterung für den Kunststoff und die Kunststoffindustrie zu entfachen. Das Nachwuchsproblem sowohl auf Facharbeiterebene als auch an den Universitäten bremst die Innovationskraft und ist deshalb ein dringendes Handlungsfeld. Wie die eigenen Stärken zu stärken seien, fasste Günther Klammer einleuchtend zusammen: “Drei V: Vernunft, Verstand und Kreativität – und dies jeder an seinem Platz!”

 
 

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