Deutschland 2019: Wer oder was zur Branche passt

Die deutschen Messegesellschaften arbeiten auch kommendes Jahr ganz intensiv an ihren digitalen Angeboten. Das zeigen Beispiele aus Köln und Essen. 

Bei incube8 stellen sich Startups konkreten Fragestellungen, die Unternehmen in der heutigen Geschäftswelt zu bewältigen haben. (Photo: Koelnmesse)
Bei incube8 stellen sich Startups konkreten Fragestellungen, die Unternehmen in der heutigen Geschäftswelt zu bewältigen haben. (Photo: Koelnmesse)

Etablierte Unternehmen und Start-ups für gemeinsame Projekte künftig an einen Tisch bringen – zu diesem Zweck ist unlängst der digitalen Campus „incube8“ der Koelnmesse ins Leben gerufen worden. Auf der achten Etage des Messehochhauses 2 im Stadtteil Deutz wurde dafür Platz geschaffen: Event- und Co-Workingfläche, Besprechungsräume und Büros stehen dort auf 540 Quadratmetern für den Austausch zwischen Old- und New-Economy zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Aussteller und junge Startups; vorrangig an solche Firmen mit digitalen Geschäftsideen, die noch nicht die Hürde erster Finanzierungsrunden genommen haben. „Diese Startups stellen sich bei incube8 konkreten Fragestellungen, die Unternehmen in der heutigen Geschäftswelt zu bewältigen haben“, erklärt David Oldfield. „Ziel ist es gemeinsam Lösungen zu erarbeiten“, betont der für digitale Entwicklung zuständige Projektleiter. Dabei liegt der Fokus auf Digital-Start-ups aus den Kompetenzfeldern der Koelnmesse: Einrichten, Ernährung, digitale Medien und Entertainment.

Das neue Jahr steht bei incube8 zunächst im Zeichen einer Pilotphase. „Da wollen wir selbst Erfahrungen sammeln und lernen, was funktioniert und was vielleicht nicht“, erklärt David Oldfield. Später im Verlauf des nächsten Jahres soll dann die erste offizielle Projektphase starten: In festgelegten Zeiträumen können bis zu fünf Projektpaare aus Startup und etabliertem Unternehmen gemeinsam an einer konkreten Geschäftsidee oder Innovation arbeiten. Dabei werden sie von internen und externen Mentoren unterstützt. Jeder Projektzyklus mündet in einer Messe, die zur jeweiligen Branche passt. Dort können Start-ups ihre Geschäftsidee präsentieren und dadurch die Meinung dieser betreffenden Branche einholen. „Dieser direkte Zugang zum Markt unterscheidet das Programm von klassischen Inkubatoren“, betont Digital-Projektleiter Oldfield (www.koelnmesse.de).

Messe Essen: Apps für Messebesucher mit interaktiven Hallenplänen gehören heutzutage zum Standard. (Photo: Messe Essen)
Messe Essen: Apps für Messebesucher mit interaktiven Hallenplänen gehören heutzutage zum Standard. (Photo: Messe Essen)

Die Messe Essen bietet neben obligatorischen digitalen Offerten wie Apps oder Geländeplänen diverse weitere webbasierte Angebote, die Messevorbereitungen erleichtern. 2019 geht es auf diesem Weg weiter voran. „Zu den wichtigsten Neuentwicklungen, an denen wir derzeit arbeiten, zählt eine für Messedeutschland neue Plattform“, berichtet Daniela Mühlen. „Das wird das erste B2B-Social-Network exklusiv für eine Branche“, erläutert die Geschäftsbereichsleiterin Kommunikation & Werbung bei der Messe Essen. „Als Absender einer Weltleitmesse möchten wir die Branche räumlich und zeitlich unabhängig vom Messetermin zusammenbringen.“ In der Praxis gibt es Abläufe, wie digitale Projekte zustande kommen. Das zeigt der Blick hinter die Kulissen. „Unser Team ‚Digitale Medien‘ beobachtet das Marktgeschehen, andere Branchen und behält auch die generellen Trends der digitalen Kommunikation im Auge“, erläutert Mühlen. „Auf dieser Basis entwickeln wir neue, eigene Lösungen und treiben sie voran.“ Anregungen und Bedürfnisse von Ausstellern und Partner würden miteinfließen.

Zum digitalen Pflichtprogramm von Messen gehört unbedingt ein responsives Onlineangebot, das Informationen übersichtlich und intuitiv nutzbar bereitstellt, so die Essener. Hier sollten Besucher idealerweise auch direkt Inhalte der ausstellenden Unternehmen finden. „Wir haben unseren Ausstellern daher den so genannten ‚Geschlossenen Ausstellerbereich‘ eingerichtet“, beschreibt Daniela Mühlen. „Darin können sie ihr Profil und ihre Produktnews einpflegen.“ Außerdem zählten Apps für Messebesucher mit interaktiven Hallenplänen genauso wie Aussteller- und Programmlisten zum Standard. Darüber hinaus sei ein ansprechender und zielgruppenorientierter Auftritt in den sozialen Medien für die gute Wahrnehmung einer Messe wichtig. „Unsere Facebook-Fanpage zur Essen Motor Show ist mit 220.000 Followern beispielsweise die erfolgreichste Facebook-Seite unter den Europäischen Automessen“ (www.messe-essen.de).

Autor: Peter Borstel

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 4/2018

Messe Offenbach 2019: Ein besonderes Jahr

Vom 16. bis 18. Februar steht in Offenbach ein Jubiläum an. Dann findet die 150. Ausgabe der seit 1949 ausgetragenen Internationalen Lederwarenmesse, ILM, statt: die ILM Winter Styles. Ein bisschen gefeiert wird aber erst im September, anlässlich der 151. Edition, der ILM Summer Styles. Das geschieht angemessen, aber ohne den ganz großen Rummel, die Lederwarenmesse ist und bleibt eine Ordermesse. „Wir würdigen dann unsere Besucher aus dem Einzelhandel“, sagt der Geschäftsführer der Messe Offenbach, Arnd Hinrich Kappe. Konkret bedeutet das eine Erweiterung der bestehenden ILM Awards um zwei Kategorien, mit denen zukunftsweisende Einzelhandelskonzepte ausgezeichnet werden. „Der klassische Lederwareneinzelhandel befindet sich in einem Wandel“, argumentiert Kappe. „Da bieten erfolgreiche Best-Practice-Beispiele sicherlich Ansätze, die von anderen übernommen werden können.“ Denn: Die Online-Konkurrenz könne vieles, aber eines nicht: den persönlichen Face-to-face-Kontakt mit dem Kunden pflegen. Gearbeitet wird ebenso an einer Aufwertung des Rahmenprogramms, um den ILM-Zielgruppen über das Ordergeschäft hinaus einen Mehrwert bieten zu können. Zudem wird 2019 an der Aufenthaltsqualität des Messestandorts Offenbach gearbeitet. Es entsteht ein Parkhaus mit 350 Stellplätzen, das die Parkplatzsituation entzerren soll (www.messe-offenbach.de).

 
 

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