Events & Locations: Im Werk und mit dem Doppeldecker

Bei vielen Ereignissen spielt der Schauplatz eine Hauptrolle. Der FAMAB-Award belohnte Events, die in bestehenden, eigens gestalteten oder mobilen Locations ausgetragen wurden.  

Hundert Jahre Mercedes-Werk in Sindelfingen: Auf der Bühnenstraße bewegten sich Akteure und Exponate vor einer Panoramaprojektion. (Photo: FAMAB Award)
Hundert Jahre Mercedes-Werk in Sindelfingen: Auf der Bühnenstraße bewegten sich Akteure und Exponate vor einer Panoramaprojektion. (Photo: FAMAB Award)

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums entwickelte das Ravensburger d-werk einen besonderen Raum für seine kreativen Werke: Im Innenhof der Agentur entstand unter dem Motto „denkmal“ aus einer baufälligen Garage das „Archiv mit Ecken und Kanten“. Mit der Gewissheit, dass Außergewöhnliches nur im Team erreicht werden kann, wurde gemeinsam mit allen d-werkern etwas Neues geschaffen. Aus der einst baufälligen Garage im Hof entstand ein „Gebäude“ mit einer besonderen Fassade. Es ging darum, durch gemeinsames „Werken“ etwas zu schaffen, das bewusst einen Gegensatz zu schnelllebigen Trends setzt – ähnlich wie bei der d-werk-Gründung 1994, als eine alte Pinselfabrik eigenhändig renoviert und Büromöbel selbst gebaut wurden. Denn genau dieser im Alltag oft abhanden gekommene Pioniergeist schweißt mehr zusammen als alles andere, so die Erkenntnis.

Das entstandene Archiv wird von 2,5 Tonnen Stahl ummantelt. Es verwahrt die „d-Werke“ aus zwanzig Jahren und ist auch für Recherche- und Präsentationszwecke zugänglich. Den täglichen Zugriff auf Erfahrungen spiegelt eine sogenannte „Dialog-Fassade“ wider, die über Magnetfolien bespielt wird. Darauf werden gut gelungene Werke präsentiert, die kreative Leistung der Mitarbeiter wird somit auch kreativ honoriert. Für dieses Konzept gab es für das d-werk den goldenen Apfel in der Kategorie Best Employee Event. „Einfach und charmant“, meinte die Jury und sprach von einer intelligenten Lösung. „Statt eines eintägigen Events entstand ein langlebiges Jubiläumsprojekt, das durch die Zusammenarbeit des Teams erreicht werden konnte.“

Airbnb-Tour: Als Weltentdecker-Bus war ein 40 Jahre altes Büssing-Fahrzeug komplett entkernt, neu ausgebaut und „gebrandet” worden. (Photo: FAMAB Awards)
Airbnb-Tour: Als Weltentdecker-Bus war ein 40 Jahre altes Büssing-Fahrzeug komplett entkernt, neu ausgebaut und „gebrandet” worden. (Photo: FAMAB Awards)

Eine gerade fertiggestellte Werkshalle war der Ort für „Hundert Jahre Mercedes-Benz“ in Sindelfingen. 1905 war der größte Daimler-Standort eröffnet worden. Ende März 2005 fand dort ein Festakt statt, der den Auftakt eines Jubiläumsjahres mit zahlreichen Ereignissen markierte. Ein Theaterformat setzte das Jubiläumsmotto „Menschen, die Zukunft schaffen“ für den Festakt auf besondere Weise um: Im Mittelpunkt stand der Karosseriebauer Wilhelm, Jahrgang 1893, seit 1915 im Unternehmen. Er traf auf zahlreiche reale und virtuelle Kollegen, Fahrzeuge und Ereignisse aus hundert Jahren. Auf der Bühnenstraße bewegten sich Akteure und Exponate nach einer sorgsam komponierten, ungewöhnlichen Abfolge von Geschichten. Selbst die „stählernen Kollegen“ waren prominent vertreten: Eine Choreographie für zwei Industrieroboter mit riesigen LED-Screens vor einer 36 Meter breiten Panoramaprojektion war Teil der medialen Bespielung – die in Interaktion mit Darstellern und Fahrzeugen stand.

Ein eigens für den Festakt ins Leben gerufener Mitarbeiterchor vertonte das Geschehen. Für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindende Inszenierung gab es den FAMAB-Award in Silber in der Kategorie Best Corporate Event. „Trotz des hohen technischen Aufwands standen die Menschen im Mittelpunkt der Veranstaltung und wurden charmant eingebunden“, lautete das Statement der Jury. „Der Weg in die Zukunft ist mit intelligentem Storytelling weitergeführt worden. Das war Historymarketing par excellence.“ 

20 Jahre d-werk: Aus der einst baufälligen Garage im Hof entstand ein „Gebäude” mit einer besonderen Fassade. (Photo: FAMAB Awards)
20 Jahre d-werk: Aus der einst baufälligen Garage im Hof entstand ein „Gebäude” mit einer besonderen Fassade. (Photo: FAMAB Awards)

Gold in der Kategorie Best Consumer Event gewann Airbnb, eine in Großstädten bereits bekannte Buchungsplattform für Privatunterkünfte. In mittelgroßen Städten sieht das Unternehmen jedoch noch erhebliches Potenzial, die Markenbekanntheit zu steigern. Die Idee lautete, mittels einer Kampagne zu zeigen, was vielen Reisenden am wichtigsten ist: Individualität, auf einzigartige Weise die Welt zu entdecken und sich weltweit zu Hause fühlen. Als Kernelement der Kampagne trat der „Airbnb Doppeldecker für Weltentdecker“ an, um die Online-Marke Airbnb real erlebbar zu machen. Die Mission war, bei möglichst vielen Menschen die Lust aufs Reisen mit Airbnb zu wecken. Als Weltentdecker-Bus war ein 40 Jahre alter Büssing-Bus komplett entkernt, neu ausgebaut und „gebrandet“ worden. Für die individuelle Einrichtung wurden Gegenstände aus der ganzen Welt auf Flohmärkten und digitalen Plattformen eingekauft.

In dem umgestalteten Bus konnten Gäste in die einzigartige Airbnb-Welt eintauchen. Auf die Zielgruppe, die sogenannten „Reiseenthusiasten“, wartete nicht nur die Vorstellung der Marke, sondern auch die Möglichkeit, mit der Airbnb-Gastgeber-Community in Kontakt zu treten – etwa in Workshops, bei einem Lindy-Hop-Tanzkurs oder einem Spaziergang mit Alpakas. Wer vom Reisefieber gepackt wurde, konnte sich seine Traumreise in der iPad-App individuell konfigurieren und diese Reise beim Gewinnspiel einreichen. „Authentisch und zielgruppengerecht“, urteilte die Jury über das Konzept. Außerdem seien Partner zu Markenbotschaftern gemacht worden. „Die effiziente Tourenauswahl des Doppeldeckers sorgte für eine erfolgreiche Akquise und ein perfektes Kosten-Nutzen-Verhältnis“, wurde ebenso der Effizienzaspekt hervorgehoben (www.famab-award.de).

Autor: Peter Borstel

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 1/2016

 
 

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