Schweden: 75 Jahre Messen in Stockholm

Die führende Messegesellschaft des Landes begeht 2017 ein besonderes Ereignis. Vor einem Dreivierteljahrhundert ging Stockholmsmässan an den Start.

Stockholmer Möbelmesse 1962 (Photo: Stockholmsmässan)
Stockholmer Möbelmesse 1962 (Photo: Stockholmsmässan)

Der Jubilar erfreut sich allerbester Verfassung. „Wir sind glücklich, mit 75 Jahren so lebhaft und frisch zu sein“, freut sich Patric Sjöberg. „Das werden wir mit einer Reihe von Aktivitäten feiern“, kündigt der CEO von Stockholmsmässan an. „Allerdings richten wir unsere Anstrengungen nicht auf ein einziges riesiges Feuerwerk am Himmel aus“, meint er augenzwinkernd. Stattdessen werden die verschiedenen Messen über das Jahr hinweg in die Jubiläumsfeierlichkeiten einbezogen. „So können wir allen Zusammenkünften applaudieren, die seit der Gründung bei uns stattgefunden haben“, argumentiert Sjöberg.

Die Jahre 1942, 1971 und 2000 markieren drei Meilensteine in der Geschichte von Stockholmsmässan. Es handelt sich um die „Geburt“, den Umzug an den heutigen Standort und den Start ins internationale Kongressgeschäft. Für die Anfänge im Jahr 1942 stehen die zwei vorausschauenden Brüder Börje und Folke Claeson. Beide sahen während ihrer Reisen durch Europa die Entstehung der modernen Messewirtschaft. „Sie verstanden, dass auch die schwedische Hauptstadt Stockholm davon profitieren könnte“, erzählt Patric Sjöberg. „So entwickelten die Claeson-Brüder das, was heute der größte Messeorganisator und wichtigste Veranstaltungstreffpunkt Skandinaviens ist.“

Börje und Folke Claeson sahen die Entstehung der modernen Messewirtschaft (Photo: Stockholmsmässan)
Börje und Folke Claeson sahen die Entstehung der modernen Messewirtschaft (Photo: Stockholmsmässan)

Natürlich braucht ein expandierendes Geschäft den nötigen Platz. Nach und nach wuchs Stockholmsmässan aus dem mitten im Zentrum gelegenen Ursprungsareal heraus. 1971 erfolgte der Umzug auf das neue Gelände in Älvsjö. Es ist inzwischen per Bahn direkt mit dem Arlanda-Flughafen verbunden. Und: Eine Zugfahrt vom Messegelände in die City dauert neun Minuten. „Der dritte Meilenstein in unserer Geschichte war 2000 die Öffnung für internationale Kongresse“, hebt Patric Sjöberg hervor. „Das ist ein wichtiges Geschäftsfeld für uns“, sagt der Messechef. Er verweist exemplarisch auf den bislang größten beherbergten Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie ESC mit 27.800 Delegierten (www.stockholmsmässan.se).

Autor: Peter Borstel

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 1/2017

Wenn die Stadt ihre Sonnenseite zeigt

Patric Sjöberg, CEO von Stockholmsmässan, über Erwartungen für 2017, kalenderbedingte Umsatzunterschiede und künftige Formate.

Patric Sjöberg (Photo: Stockholmsmässan)
Patric Sjöberg (Photo: Stockholmsmässan)

Wie wird das laufende Jubiläumsjahr ausfallen?
Es ist ein Standardjahr ohne die drei großen Messen, die im zweijährigen Turnus stattfinden. Daher wird der Jahresumsatz geringer sein als im turnusstärkeren Vorjahr, aber entsprechend unserer Planung ausfallen.

Gibt es Möglichkeiten, dem unterschiedlichen Turnus zu begegnen?
Wir haben in den letzten Jahren mächtig daran gearbeitet, den Anteil flexibler Kosten innerhalb des Unternehmens zu erhöhen. So können wir kalenderbedingten Umsatzfluktuationen begegnen. Dieses Jahr begrüßen wir ab Mai neben unseren Messen diverse Kongresse. Normalerweise kommen Kongressorganisatoren gerne im Sommer, wenn Stockholm seine Sonnenseite zeigt, aber 2017 gibt es auch Tagungen im November.

Was werden die Haupttreiber des Geschäfts in Zukunft sein?
Die Menschen auf diesem Planeten wollen sich dankenswerterweise treffen. Allerdings werden sich die Formate wohl im Zeitablauf ändern. Bei B2C-Ereignissen besteht das Verlangen, spielerische und unterhaltende Elemente zu teilen. Im B2B-Bereich wünschen Branchenexperten den Austausch von Ideen und Wissen, Inspiration und die Option, Networking und Geschäft zu betreiben.

 
 

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