China: Zwanzig Jahre Messen in Pudong

Im Herbst 2001 ging das Shanghai New International Expo Centre (SNIEC) in Betrieb. Das 20-jährige Jubiläum in diesem Jahr ist Anlass für einen Blick zurück und nach vorn.

Zeremonie zur SNIEC Grundsteinlegung im  November 1999 mit dem damals amtierenden Bundeskanzler Gerhard Schröder. (Photo: SNIEC)
Zeremonie zur SNIEC Grundsteinlegung im November 1999 mit dem damals amtierenden Bundeskanzler Gerhard Schröder. (Photo: SNIEC)

Das SNIEC im Stadtbezirk Pudong zählt seit langem zu den weltweit am besten ausgelasteten Messegeländen. Erfolgsfaktoren gibt es viele, Michael Kruppe hebt drei explizit hervor. „Ein Meilenstein war sicherlich, dass Ende der Neunzigerjahre überhaupt eine Entscheidung für das Veranstaltungszentrum getroffen wurde“, betont der General Manager des SNIEC. „Und das in einem Land wie China, das damals zwar im Aufstreben war“, fügt er hinzu. „Aber noch massiv volatil und auch nicht gerade offen und sicher gewesen ist, was etwa Investitionen und geistiges Eigentum betraf.“ Zweitens verweist Kruppe auf den Mut und die Weitsicht, generell nur auf B2B zu setzen. Dahinter steckte die Erwartung, dass hier aufgrund der Größe des Landes China mehr möglich sein müsste. „Und so kam es ja auch.“ Als dritten Erfolgsfaktor erwähnt der SNIEC-Chef den Fokus auf Service und Qualität und mittlerweile ebenso auf Sicherheit. Letzteres werde nicht nur wegen Corona praktiziert, „sondern grundsätzlich, denn sonst bleiben die Aussteller und Besucher weg.“

Das Joint-Venture der drei Messegesellschaften aus Düsseldorf, Hannover und München mit chinesischen Partnern erwies sich von Anfang als Gewinnerprojekt. „Seit der Eröffnung 2001 ging es ständig bergauf“, blickt Michael Kruppe zurück. Lediglich 2014 gab es bedingt durch die Inbetriebnahme des Shanghaier Messezentrums NECC einen Einbruch. Aufwärts ging es auch mit dem Standort Pudong, für den die SNIEC-Verantwortlichen massiv Marketing betrieben haben. „Ungefähr seit 1990 wurde Pudong strategisch aufgebaut“, so Kruppe. „Unter anderem gab und gibt es immer noch Freihandels- und Steuer-Incentive-Zonen, die viele Investoren anlockten.“ Darüber hinaus wurde Pudong als Finanz- und Handelszentrum weiterentwickelt. Der Shanghai Pudong International Airport mit inzwischen drei Mega-Terminals hat die Anreise erleichtert. „Mit der Fertigstellung des Maglev (Transrapid) 2002 wurde es zudem möglich, das SNIEC innerhalb von zehn Minuten vom Flughafen zu erreichen“, ergänzt Michael Kruppe.

Zur Premiere der  Shanghai Motor Show im  Dezember 2001 kamen über 150.000 Besucher ins nagelneue SNIEC. (Photo: HMI)
Zur Premiere der Shanghai Motor Show im Dezember 2001 kamen über 150.000 Besucher ins nagelneue SNIEC. (Photo: HMI)

Für das Jubiläumsjahr wurden emsig Aktivitäten ins Leben gerufen. So ist eigens ein Banner gestaltet worden. „Des Weiteren werden wir einige Statuen und Gebilde im SNIEC errichten“, sagt Michael Kruppe. „Sie sollen die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre symbolisieren.“ Außerdem sei ein über 100-seitiges Geburtstagsbuch geplant. Es enthalte Informationen zur Entwicklung des SNIEC und es würden Zeitzeugen zitiert, die dort die Anfangsjahre begleitet haben. Im November werde es dann ein Gala-Dinner mit Überraschungsgästen geben. Gegenüber 2020 sehen die geschäftlichen Erwartungen für 2021 wesentlich besser aus. „Verglichen mit unserem vierten aufeinanderfolgenden Rekordjahr 2019 gehen wir immerhin von einem Ergebnis von circa 80 bis 85 Prozent aus“, prognostiziert SNIEC-Manager Kruppe. „Damit können wir angesichts der Pandemie zufrieden sein.“ Schon vor Corona sei der Trend in Richtung Erlebnis-Expo und Digitalisierung ein Thema gewesen. Und: „Wir sehen zunehmend Bedarf an Kombis aus B2B- und B2C-Events.“ Darauf bereit sich das SNIEC vor – etwa mit 5G, modernisierten Meetingräumen, einer neuen großen VIP-Lounge oder LED-Screens (www.sniec.net).

Autor: Peter Borstel

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 1/2021

 
 

Bei Facebook, Twitter oder Google+ weiterempfehlen:

Twitter aktivieren
Google+ aktivieren
 
 
 

TFI - Trade Fairs International - Das Wirtschaftsmagazin für Messen und Märkte.

© 2006 - 2021 by TFI-Verlagsgesellschaft mbH. Alle Rechte vorbehalten. Für die Inhalte externer Links und fremder Inhalte übernimmt die TFI-Verlagsgesellschaft mbH keine Verantwortung.

 
 

TFI-Know-how

TEST
 
 
  • Jetzt bestellen: Die Zukunft von Messen, Kongressen und Events

    Jetzt bestellen: Die Zukunft von Messen, Kongressen und Events

    Die fortschreitende Digitalisierung wird das Veranstaltungsgeschäft dramatisch verändern. Aktuell wirkt die Pandemie wie ein Brandbeschleuniger, der die Dynamik noch verstärkt. Wie sieht die Zukunft von Messen, Kongressen und Events aus? Antworten geben namhafte Experten.

  • Wie können Aussteller auf Messen herausstechen?

    Wie können Aussteller auf Messen herausstechen?

    Über einen erfolgreichen Auftritt entscheiden nicht nur neue Produkte und ein durchdachtes Stand-Design. Wichtig sind auch viele weitere Faktoren, die Messeplaner nicht immer im Blick haben.

  • Wie lassen sich Branchenentscheider online erreichen?

    Wie lassen sich Branchenentscheider online erreichen?

    Messen und Messegesellschaften müssen sich kontinuierlich weiterentwickeln, agiler und flexibler werden und ganzjährige Dienstleistungen anbieten. Neue, digitale Angebote sind dabei von großer Bedeutung. Mit der Werbetechnologie „TrustedTargeting“ offeriert die Messe München ihren Kunden einen Zugang zu führenden Business-to-Business-Entscheidern im Internet.