Österreich: Die praktische Form des Klimaschutzes

Energiesparen spielt bei den Veranstaltungen in der Alpenrepublik eine große Rolle. Sowohl was Messethemen angeht als auch in konkreten Maßnahmen.

Die Energiesparmesse Wels ist Österreichs Treffpunkt für energieeffizientes Heizen, Bauen und Sanieren. (Photo: Messe Wels)
Die Energiesparmesse Wels ist Österreichs Treffpunkt für energieeffizientes Heizen, Bauen und Sanieren. (Photo: Messe Wels)

In wenigen Tagen ist es wieder soweit: Vom 27. Februar bis 3. März öffnet die Energiesparmesse Wels ihre Türen. Österreichs Branchentreffpunkt für energieeffizientes Heizen, Bauen und Sanieren möchte dann an das sehr gute Vorjahresergebnis anknüpfen. 2012 zeigten über 900 Aussteller aus 13 Nationen auf knapp 70.000 Quadratmetern ihre Produkte und Neuheiten. Das Angebot geht mit kräftiger Nachfrage einher. „Die Energiesparmesse ist eine der besucherstärksten Messen Europas für Ökoenergie und Energieeffizienz“, hebt Robert Schneider hervor. „Mit der höchsten Besucherfrequenz unter Österreichs Bau- und Haustechnik-Fachmessen“, verweist der Geschäftsführer der Messe Wels auf mehr als 100.000 Interessenten, die wieder an den fünf Messetagen erwartet werden.   

Angesichts der positiven Resonanz wird an der Kombination aus zwei Fach- und drei Publikumstagen festgehalten. Der Startschuss zur Energiesparmesse fällt am 27. Februar mit Österreichs führendem Sanitär-Heizung-Klima-Branchenevent – in einem dafür exklusiv geöffneten Teilbereich der Messe. Einen Tag später steht das gesamte Messegelände allen gewerblichen Fachbesuchern offen. Private Bauherren und Sanierer können sich dann ab 1. März über Neuheiten informieren. Im Rahmen der Energiesparmesse findet Österreichs größte Solarschau statt. Rund 90 Aussteller präsentieren auf insgesamt 8.000 Quadratmetern ihre Entwicklungen. „Solarenergie ist die einfachste und logischste Form der Warmwasserbereitung und eine praktische Form von Klimaschutz“, sagt Robert Schneider. „Mit Solarenergie reduziert sich die Energierechnung bei Warmwasser um zwei Drittel, beim Heizen um ein Drittel.“ Auch der Photovoltaik-Ausstellungsbereich wächst weiter und eine LED-Sonderschau informiert über das Energiesparen durch moderne Beleuchtung. Allgemein kommt dem Thema Energieeffizienz in der „Energiehauptstadt Wels“ starke Bedeutung zu. Seit 2008 befindet sich die größte gebäudeintegrierte Solarthermie-Anlage Österreichs auf dem Dach der Messehalle 20 (www.messe-wels.at).

Umweltfreundlicher Oberleitungsbus mit klarem Bekenntnis. (Photo: Messezentrum Salzburg)
Umweltfreundlicher Oberleitungsbus mit klarem Bekenntnis. (Photo: Messezentrum Salzburg)

Für das Messezentrum Salzburg ist die Schonung von Umwelt und Klima ein elementares Thema. Dazu zählen eine getrennte Müllentsorgung bei den Messen und Energiesparmaßnahmen auf dem gesamten Gelände. „In der Zusammenarbeit mit Lieferanten achten wir neben der Qualität auf kurze Transportwege“, erklärt Henrik Häcker. „Damit wollen wir den C02-Ausstoß minimieren“, begründet der Geschäftsführer des Messezentrums Salzburg. So werden zur Bewirtung der Besucher bevorzugt regionale Produkte verwendet, was lange Lieferwege vermeidet. Die Veranstaltungsstätte bezieht ausschließlich Öko-Strom, der in Salzburger Kleinwasserkraftwerken erzeugt wird. Darüber hinaus sorgt Tageslicht in den Messehallen für eine angenehme Atmosphäre und die Reduzierung des Stromverbrauchs. Sämtliche Spots und Lichtbänder wurden zudem mit Leuchtstofflampen ausgestattet. „In den Gängen und Toiletten sind Bewegungsmelder installiert, damit Lampen nicht ständig brennen“, nennt Henrik Häcker ein weiteres Beispiel. „Und unsere Lüftungs- und Klimatechnikanlagen arbeiten nach dem Prinzip der Wärmerückgewinnung.“   

Für einen reduzierten Wasserverbrauch haben die Salzburger wassersparende Armaturen in alle Sanitäranlagen eingebaut. Bei der Reinigung werden umweltverträgliche Produkte verwendet, um das Grundwasser zu entlasten. Auch braucht es keine spritfressende Anreise. „Das Messezentrum Salzburg und die Salzburgarena sind bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen“, betont Henrik Häcker. „Besucher der Eigenveranstaltungen fahren sogar kostenlos.“ Bei Bedarf steht ein Busshuttle zur Verfügung, das vom nahen Stadion und zurück fährt. Für die Mitarbeiter des Messezentrums stehen Elektrofahrräder bereit. Damit können selbst größere Distanzen schnell und energiesparend zurückgelegt werden. Derzeit wird im Messezentrum Salzburg eine internationale Zertifizierung nach ISO 20121 angestrebt, der ersten weltweiten Norm für nachhaltiges Eventmanagement. ISO 20121 begreift Nachhaltigkeit nicht nur als Schutz der Umwelt, sondern bezieht die soziale und ökonomische Komponente einer Veranstaltung mit ein (www.messezentrum-salzburg.at).

Umweltminister Niki Berlakovich (l.), Heidrun de Jong und Thomas Ziegler (beide Design Center Linz). (Photo: Design Center Linz)
Umweltminister Niki Berlakovich (l.), Heidrun de Jong und Thomas Ziegler (beide Design Center Linz). (Photo: Design Center Linz)

Das Design Center Linz geht schon seit einiger Zeit „grüne Wege“. Die Anfänge des Umweltschutzgedankens reichen bis zur Planung des Veranstaltungszentrums zurück. Bereits beim Bau wurde bei der Glas-Stahl-Konstruktion in nachhaltige Technologie investiert. Das seinerzeit entwickelte Glasdach verhindert trotz Tageslicht im Inneren eine Erwärmung. Anfang Januar führte das ökologische Engagement zur Urkundenverleihung für Green Meetings und Events durch den österreichischen Umweltminister Niki Berlakovich. Bei der Ferienmesse Wien konnten der geschäftsführende Direktor Thomas Ziegler und Sales & Marketingmanagerin Heidrun de Jong das Umweltzeichen entgegennehmen. Dadurch ist das Design Center als erste Location Oberösterreichs für vier Jahre zur Zertifizierungsstelle für Green Meetings und Events geworden.   

Veranstalter haben im Design Center nun die Möglichkeit, ihre Meetings und Events ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu planen. Größter Pluspunkt von grünen Veranstaltungen ist der enorme Imagegewinn, was in der MICE Branche immer mehr spürbar wird. Als zentrale Elemente von Green Meetings gelten eine umweltfreundliche An- und Abreise, Abfallvermeidung, Mülltrennung und Energieeffizienz, bestätigen die Linzer. Eine wichtige Rolle kommt genauso der regionalen Wertschöpfung und dem Catering mit Bioprodukten aus der Region und Fairtrade-Produkten zu. „Vielleicht werden eines Tages die Kongresse nur noch in grünen Locations mit sozialer und ökologischer Verantwortung abgehalten“, wagt Thomas Ziegler eine Zukunftsprognose. Sollte das tatsächlich eintreffen, kann sich das Design Center als einer der frühen Vorreiter in der Branche bezeichnen (www.design-center.at).

 
 
 
 

Auf Wiedersehen in Korea

Weltmesse Interalpin in Innsbruck (Photo: Congress und Messe Innsbruck)
Weltmesse Interalpin in Innsbruck (Photo: Congress und Messe Innsbruck)

Vom 10. bis 12. April 2013 lockt die Interalpin tausende Besucher und Aussteller aus allen Kontinenten auf das Innsbrucker Messegelände. Die im Zweijahresrhythmus in der Messe Innsbruck stattfindende Veranstaltung gilt als weltweit bedeutendste Fachmesse für alpine Technologien und die Seilbahnindustrie. Sie ist nicht zuletzt deshalb „der“ Branchentreffpunkt, weil hier die Produktneuheiten als Erstes präsentiert werden. Die letzte Interalpin brachte vor zwei Jahren rund 600 ausstellende Firmen aus 39 Nationen auf 35.000 Quadratmetern zusammen. Knapp 20.000 Entscheider aus 70 Nationen wurden gezählt. Alle Interalpin-Besucher sorgen für eine Wertschöpfung von rund zehn Millionen Euro. Außerdem sind sie Werbeträger und Multiplikatoren für den regionalen Tourismus. Ohnehin ist Tirol mit rund 40 Millionen Übernachtungen pro Jahr eine begehrte Reisehochburg. In den letzten Jahren konnte sich die Landeshauptstadt Innsbruck auch im Tagungs- und Messebereich international positionieren. Alle drei Veranstaltungshäuser firmieren unter dem Kürzel CMI (Congress und Messe Innsbruck). Deren Leitung hat der von Reed Messen Deutschland gewechselte Christian Mayerhofer zum Jahresbeginn vom langjährigen CEO Georg Lamp übernommen. Seit der Eröffnung des Um- und Neubaus der Messe Innsbruck vor einem Jahr finden Veranstaltungen beste Bedingungen – in den neuen Hallen und Sälen des 40.000 Quadratmeter umfassenden Geländes. CMI möchte neben dem Flaggschiff Interalpin und anderen bestehenden Messen alle maßgeblichen alpinen Themen in das Portfolio aufzunehmen, wie Christian Mayerhofer betont. Derzeit werden jedes Jahr bis zu 600 Veranstaltungen mit 500.000 Besuchern in Innsbruck gezählt (www.come-innsbruck.at).

 
 

Autor: Peter Borstel

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 1/2013

 
 

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