Katar: Im Zeichen der nationalen Vision

Seit anderthalb Jahren befindet sich das Doha Exhibition and Convention Center (DECC) am Markt. In dieser Zeit konnten namhafte Veranstalter gewonnen werden. Weitere sollen folgen.

Veranstaltungen wie die Immobilienmesse Cityscape Qatar dürften von den gigantischen Investitionen in die Infrastruktur profitieren. (Photo: DECC)
Veranstaltungen wie die Immobilienmesse Cityscape Qatar dürften von den gigantischen Investitionen in die Infrastruktur profitieren. (Photo: DECC)

Das DECC wurde gebaut, um Werbung für Katar zu betreiben und um Geschäftsaktivitäten zu fördern. Auch bei den Ambitionen des Staates, eine führende MICE-Destination zu werden, spielt das Messe- und Kongresszentrum eine wichtige Rolle. Mit der nagelneuen Veranstaltungsstätte im Herzen der Hauptstadt wollen die Verantwortlichen immer mehr renommierte Organisatoren anziehen. Als Lockmittel dienen das zeitgemäße Design und die Architektur des Doha Exhibition and Convention Center. „Kombiniert mit den allerneuesten Technologien ist eine State-of-the-art-Einrichtung entstanden“, hebt CEO Jose Vicente hervor. Da die Eröffnung erst im November 2015 erfolgte, gehört das DECC zu den modernsten Messe- und Kongresszentren im Mittleren Osten. Das ist sicher ein Wettbewerbsvorteil, obwohl das Management die anderen Mitspieler keinesfalls als Konkurrenten sieht. Schließlich handele es sich um eine schnell wachsende Region, heißt es. „Jeder Zuwachs an Fläche bedeutet einen Mehrwert, der international aktiven Veranstaltern zusätzliche Optionen ermöglicht“, sagt Vicente.

Bei der Akquise von Messen, Kongressen und Events agiert das Doha Exhibition and Convention Center in Schlüsselsektoren. Das sind Energie,  Infrastruktur und Smart Cities, Transport, Bildung, Personalmanagement, Gastgewerbe, Lebensmittel und Einzelhandel. „Vieles resultiert aus der Nationalen Vision Katars 2030“, erklärt Jose Vicente. „Dieser Plan wurde konzipiert für eine Transformation des Staates, die auf einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung beruht.“ Im Visier sind Gastveranstaltungen, das Management verfolgt nicht das Ziel, eigene Veranstaltungen zu organisieren. „Hauptpriorität besitzen Ereignisse, mit denen die lokalen und regionalen Märkte bedient werden“, betont Vicente. Das können internationale Messen sein genauso wie Kongresse mit begleitender Ausstellung, Verbraucherschauen, Firmenveranstaltungen, Festivals, Live-Shows und auch Sportevents.

„Wir verfügen über eine State-of-the-art-Einrichtung mit den allerneuesten Technologien”, sagt CEO Jose Vicente.
„Wir verfügen über eine State-of-the-art-Einrichtung mit den allerneuesten Technologien”, sagt CEO Jose Vicente.

Seit der Eröffnung haben bereits namhafte Messeunternehmen im DECC aufgeschlagen. Der führende französische Veranstalter Comexposium ging mit einem Ableger der Heimatschutz-Messe Milipol an den Start. IFP führt die Baumesse Project Qatar und eine Hospitalitymesse durch. Informa ist mit der Immobilienmesse Cityscape aktiv. Diese Branchentreffpunkte dürften von einem globalen Ereignis profitieren, das in fünf Jahren über die Bühne gehen wird: die Fußball-Weltmeisterschaft 2022. „In die Infrastruktur werden vom Staat in der nächsten Dekade rund 150 Milliarden Euro investiert“, berichtet Jose Vicente. Auch das Hotelgewerbe erfährt einen Boom. Allein in Doha entstehen 41 neue Herbergen mit fast 12.000 Zimmern. Dadurch wird das Segment Innenausstattung und Design kräftig florieren. In diesem Bereich kommt der – frisch mit einem Büro in Katar vertretene – Veranstalter DMG im November mit seiner Messe Index ins DECC. Und: Lokale Organisatoren führen mit der Green Expo eine Veranstaltung für erneuerbare Energien in Katar durch.

In jedem Fall braucht es eine erstklassige Infrastruktur, um im internationalen Messe- und Kongressgeschäft zu punkten. In Doha ist die Erreichbarkeit für internationale Aussteller und Besucher gegeben. Die Fluggesellschaft Qatar Airways verbindet das Land mit über 150 Zielen rund um den Globus. Und ungeachtet der besagten Investitionen in die Hotellerie sind schon jetzt absolute Top-Standards bei der Übernachtung gewährleistet. „Wir arbeiten eng mit unseren Hospitalty-Partnern zusammen“, formuliert Jose Vicente. „Dazu zählt die Qatar Tourism Authority, die immense Anstrengungen bei der Entwicklung der MICE-Industrie und der Standortvermarktung unternimmt.“ Ein großer Pluspunkt ist die dynamische Wirtschaft Katars, die zu den stärksten in der Golfregion zählt und sich zudem diversifiziert. Das vermindert die Abhängigkeit von Öl und Gas. 

„Hauptpriorität besitzen Ereignisse, mit denen die lokalen und regionalen Märkte bedient werden.” (Photo: DECC)
„Hauptpriorität besitzen Ereignisse, mit denen die lokalen und regionalen Märkte bedient werden.” (Photo: DECC)

Die Macher des Doha Exhibition and Convention Center heben noch weitere Standortfaktoren hervor. „Wir verfügen über eine kosmopolitische, bestens ausgebildete Bevölkerung“, argumentiert Jose Vicente. Das ist sicher ein Garant für die Willkommenskultur gegenüber Veranstaltungsteilnehmern. Natürlich spielt die Wirtschaftskraft eine entscheidende Rolle. Je kaufkräftiger die einheimischen Messebesucher sind, desto können Anbieter ihre Produkte verkaufen: Katar verfügt über das weltweit höchste Pro-Kopf-Einkommen. Und nicht zuletzt schafft der hohe Freizweitwert einen Wohlfühlfaktor für die Gäste aus aller Welt – lokale und internationale Gastronomie, historische Souks, erlebnisreiche Wüstensafaris oder viele Sportangebote. Kurz gesagt, alle Zutaten für ein erfolgreiches Messe- und Kongressgeschäft sind vorhanden. Einheimische und ausländische Veranstalter müssen es nur noch anrichten (www.decc.qa).

Autor: Peter Borstel

Dieser Beitrag ist erschienen in TFI Heft 2/2017

 
 

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