Italien: „Die Indikatoren sind positiv"

Bologna ist der zweitgrößte Messeplatz in Italien und beherbergt diverse führende internationale Veranstaltungen. TFI sprach mit dem Generaldirektor von BolognaFiere, Antonio Bruzzone. 

Antonio Bruzzone, Generaldirektor von BolognaFiere. (Photo: BolognaFiere)
Antonio Bruzzone, Generaldirektor von BolognaFiere. (Photo: BolognaFiere)

Herr Bruzzone, die Messe Bologna ist in jüngerer Vergangenheit sehr agil gewesen. Welche Aktivitäten sind besonders hervorzuheben?

Nun, 2018 war ein extrem dynamisches Jahr für unser Unternehmen. Wir konnten einige wichtige Akquisitionen vertiefen, um unsere bedeutende Position im Messegeschäft zu festigen. Was Messeveranstaltungen angeht, haben wir unlängst die Health & Beauty Group erworben. Das gibt uns eine noch prominentere Stellung im europäischen Schönheits- und Kosmetiksektor. Hier sind wir bereits ein Weltmarktführer im Bereich Messen und Medien. Und die Akquisition der GiPlanet-Gruppe unterstreicht unsere bedeutende Position bei Messebaudienstleistungen – einem Feld, das gegenwärtig ein strategisches Merkmal unserer Wettbewerbsfähigkeit repräsentiert.

Wie ist das Jahr 2018 gelaufen und was waren die Hauptwachstumstreiber?

Die Bilanz der BolognaFiere-Gruppe hat mit einem Wert von ungefähr 160 Millionen Euro abgeschlossen. Das ist ein positives Ergebnis, zu dem unsere Aktivitäten auf den Auslandsmärkten einen maßgeblichen Beitrag geleistet haben. Derzeit entsteht ein Drittel unseres Umsatzes im Ausland, mit steigenden Wachstumsraten. 2018 haben wir zwei neue Messen im Bereich „Publishing“ in New York und Shanghai entwickelt. Wir möchten auf dem internationalen Feld unsere Aktivitäten weiter ausbauen. Schließlich waren wir die erste italienische Messeinstitution, die ihre Veranstaltungen „exportiert“ hat. In unserem Konzern gibt es ein Unternehmen mit spezieller Zuständigkeit für den asiatischen Markt: BF China. Es kümmert sich nicht nur die Organisation von Veranstaltungen. Gleichzeitig ist es auch für die Akquise und Unterstützung von asiatischen Ausstellern und Fachbesuchern auf Messen in Italien verantwortlich. 

Für Gespräche mit internationalen Einkäufern gibt es auf der Messe für Naturprodukte, Sana, eigens eine Lounge. (Photo: BolognaFiere)
Für Gespräche mit internationalen Einkäufern gibt es auf der Messe für Naturprodukte, Sana, eigens eine Lounge. (Photo: BolognaFiere)

Was sind die Erwartungen für 2019?

Unser diesjähriger Kalender startete mit der Marca by BolognaFiere, der Konferenz und Messe für Einzelhandels- und Privatmarken. Die Ausstellungsfläche hat bei dieser 15. Ausgabe um acht Prozent zugelegt – und die Zahl der ausländischen Fachbesucher sogar um 17 Prozent. Fast alle unserer B2B-Veranstaltungen sind hochspezialisiert, die meisten davon international führend. Das hat zu einem konstanten Wachstum bei den ausländischen Besuchern geführt. Wir hoffen, dass diese Dynamik auf unseren Fachmessen auch 2019 anhält. Die Indikatoren wie die Ausstellerbeteiligungen und das Interesse bei den professionellen Besuchern sind positiv.

Alle sprechen über die Digitalisierung. Hat sich das Verhalten von Ausstellern und Besuchern geändert und – wenn ja – was bedeutet das für die Messe Bologna?

Die Digitalisierungsprozesse sind ein integraler Bestandteil unserer Aktivitäten. Unsere Anstrengungen sind auf das Anbieten solcher Dienstleistungen gerichtet, die eine Messebeteiligung noch einfacher machen. Das beginnt bei Anfragen zur Standreservierung und reicht von der Organisation von Übernachtungen in Bologna bis zu Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen. Und unsere Unterstützung für Besucher beschränkt sich nicht auf die Anreise zum Messezentrum. Wir arbeiten außerdem synergetisch mit lokalen Institutionen zusammen, um das kulturelle Erbe der Stadt und die touristischen Möglichkeiten zu bewerben.

Die Marca by BolognaFiere legte Mitte Januar bei der Zahl der ausländischen Fachbesucher um 17 Prozent zu. (Photo: BolognaFiere)
Die Marca by BolognaFiere legte Mitte Januar bei der Zahl der ausländischen Fachbesucher um 17 Prozent zu. (Photo: BolognaFiere)

BolognaFiere hat begonnen, das Gelände zu renovieren und weiterzuentwickeln. Wie ist der Stand der Dinge?

Wir haben in einer Rekordzeit von nur zehn Monaten die erste Phase unseres Plans umgesetzt. Im letzten September wurden die neuen Hallen 29 und 30 zeitgerecht zur Keramikfliesen- und Badezimmerausstattungsmesse Cersaie in Betrieb genommen – und sie haben die Erwartungen der Beteiligten erfüllt. Derzeit befinden wir uns gerade in Phase zwei des Projekts.

Das Gelände stellt quasi die Hardware dar. Wie sieht es mit den weichen Faktoren aus, unter anderem was die Attraktivität von Veranstaltungen angeht?

Wenn die Fachleute aus einer Branche zusammenkommen, ist es notwendig, den jeweiligen Sektor über die eigentliche Ausstellung hinaus zu aktivieren – etwa durch Gelegenheiten für professionelle Trainings, die Präsentation von Innovationen oder die Analyse ökonomischer Trends. Das machen wir zusammen mit Fachverbänden, Innungen und Forschungseinrichtungen (www.bolognafiere.it).

Autor: Peter Borstel

Dieser Beitrag ist erschienen in TFI Heft 1/2019

 
 

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