Italien: International aufgestellt und profitabel

Die Gruppo BolognaFiere investiert in den nächsten Jahren kräftig an ihrem Heimatstandort und engagiert sich immer stärker im Auslandsgeschäft. Der emsige Einsatz zahlt sich aus.

Die Cosmoprof Worldwide Bologna erreichte 2019 ein zehnprozentiges Wachstum bei den Besuchern. (Photo: BolognaFiere)
Die Cosmoprof Worldwide Bologna erreichte 2019 ein zehnprozentiges Wachstum bei den Besuchern. (Photo: BolognaFiere)

Der Blick auf das abgelaufene Jahr ist äußert positiv und das kann mit den entsprechenden Zahlen belegt werden. „2019 beliefen sich unsere Umsätze auf mehr als 184 Millionen Euro“, resümiert Gianpiero Calzolari mit zufriedener Miene. „Verglichen mit 2018 bedeutet das einen Zuwachs von 7,5 Prozent“, freut sich der Präsident von BolognaFiere. „Gegenüber 2017 sind es sogar 47 Prozent“, fügt er hinzu. Der Präsident hebt im gleichen Atemzug die Bedeutung des Geschäftes außerhalb Italiens hervor. Dabei verweist er auf das Engagement in anderen europäischen Ländern, in Russland, Asien und Nordamerika. Durch die Erlöse auf den internationalen Märkten hätte die Unternehmensgruppe ihre führende Rolle im Auslandsgeschäft gefestigt. Insgesamt sei der Konzern mit seinen verschiedenen Gesellschaften äußerst profitabel: „Unser Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beträgt für 2019 rund 32,5 Millionen Euro“, bilanziert Calzolari. Neben der erfolgreichen Durchführung von großen Veranstaltungen in Italien und im Ausland hätten auch „eine Reihe von Akquisitionen“ dazu beigetragen. 

Der Ausblick auf das laufende Jahr fällt auch sehr optimistisch aus. „Die Prognosen für 2020 sehen bei den Umsätzen unserer Gruppe erstmals ein Überschreiten der 200 Millionen-Euro-Schwelle vor“, sagt Gianpiero Calzolari. Auch beim EBITDA wird es voraussichtlich einen spürbaren Zuwachs geben. „Wir werden rund 39 Millionen Euro erreichen.“ Auf den internationalen Märkten gibt es 2020 weitere Konsolidierungen und daran sind die Messemacher aus der Emilia-Romagna ebenfalls beteiligt. Mitte Januar entstand ein neues 51:49-Joint-Venture zwischen der Tochter BolognaFiere China und dem chinesischen Minderheitsgesellschafter Phenix. Bei letzterem handelt es sich um einen erfahrenen Messeveranstalter, der seit mittlerweile 18 Jahren besteht. Die 40-köpfige BolognaFiere China verfügt über eine ähnlich intensive Erfahrung auf dem chinesischen Markt, wurde vor fast anderthalb Jahrzehnten gegründet. „Mit der neuen Joint-Venture-Vereinbarung möchten wir unsere Aktivitäten weiter ausbauen“, argumentiert Gianpiero Calzolari. „Dazu sollen drei Veranstaltungen beitragen, die sich organischen Lebensmitteln, Zootechnik und Handelsmarken widmen werden.“

Cosmoprof Asia in Hongkong: Das Geschäft außerhalb Italiens ist wichtig. (Photo: Cosmoprof Asia)
Cosmoprof Asia in Hongkong: Das Geschäft außerhalb Italiens ist wichtig. (Photo: Cosmoprof Asia)

Bereits im Herbst stehen zwei der geplanten Messen erstmals auf dem Programm. Im Oktober öffnet in Jinan in der Provinz Shandong eine Messe für Tierhaltung ihre Pforten. Und Anfang November gibt es die Premiere der „China International Organic Food“ in Xiamen. Mit solchen Projekten steigen auch die Erlöse. „Wir glauben, dass es ein realistisches Ziel ist, unseren Umsatz im chinesischen Markt in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln“, prognostiziert Gianpiero Calzolari. In diesem Zeitfenster blicken die Verantwortlichen jedoch nicht nur in die Fremde. Ganz im Gegenteil, daheim in Bologna setzen sie auf ebenfalls auf weitere Internationalisierung der Messen. Und auch die Infrastruktur profitiert: Bis 2024 wird tatkräftig an der Modernisierung des Messegeländes gewerkelt. Im vergangenen Jahr begann die Entwicklung von Halle 37, die planmäßig im Juli 2020 fertiggestellt sein soll. Damit stünden ab dem dritten Quartal für Großmessen zusätzliche 15.000 Quadratmeter zur Verfügung. Die neue Halle bietet einige spektakuläre Besonderheiten, darunter ein mobiles, motorisiertes Bodenbelagssystem. Da das Gebäude säulenfrei und hoch ist, kann es über Messen hinaus auch für andere Ereignisse genutzt werden (www.bolognafiere.it).

Autor: Peter Borstel

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 1/2020

„Ausgestattet nach den modernsten Standards“

Gianpiero Calzolari, Präsident von BolognaFiere, über die Modernisierung, und Finanzierung des Messezentrums in Bologna – und die Attraktivität des unmittelbaren Umfelds.

Gianpiero Calzolari (Photo: BolognaFiere)
Gianpiero Calzolari (Photo: BolognaFiere)

Was sieht der Entwicklungsplan vor?
Die erste Maßnahme des Entwicklungsplanes umfasste den Abriss und den Wiederaufbau der Hallen 29 und 30. Des Weiteren gibt es eine Reihe späterer Eingriffe und Renovierungen, die bis 2024 abgeschlossen sein sollen. Zu diesem Zeitpunkt werden dann 80 Prozent der Baustrukturen entweder neu errichtet oder frisch renoviert sein, ausgestattet nach den modernsten Standards. Unser Messegelände gehört bereits jetzt zu den führenden seiner Art in Europa und die gegenwärtigen Veränderungen machen es noch wettbewerbsfähiger. 

Wieviel Geld wird in die Modernisierung des Messezentrums investiert?
Die in dem Entwicklungsplan vorgesehenen Investitionen addieren sich auf eine Summe von 138 Millionen Euro. 

Welche weiteren Argumente sprechen für den Messestandort Bologna?
Außerdem sind wir leicht über den internationalen Flughafen, per Hochgeschwindigkeitszug oder das Autobahn-Netzwerk von Italien oder dem Ausland zu erreichen. Und wir befinden uns in einer Stadt mit großem kulturellem Wert, die besonders attraktiv für Touristen ist – ein Bonus, der jeden Besuch in Bologna noch angenehmer macht.

 
 

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