Messebau-Zulieferer: Zeit gewinnen, Freiraum schaffen

TradeFairs International sprach mit Entwicklern und Herstellern über Anforderungen und Möglichkeiten von Systembaukästen. Sie beschreiben ihre Systeme in Sachen Sicherheit, Aufbau, Transport und Lagerung.

Markus Giehl - Geschäftsführer Modul International

Photo: Markus Giehl
Photo: Markus Giehl

Was muss bei den Vorschriften zur Sicherheit beachtet werden? 
Zum einen natürlich die Messerichtlinien. Diese haben auf den großen deutschen Plätzen fast einheitliche Strukturen. Doch gibt es örtliche Unterschiede aufgrund der Zuständigkeit der Länder in Baurechtsfragen. Ferner müssen Vorschriften wie die Versammlungsstättenverordnung oder das Arbeitsschutzgesetz eingehalten werden. Für die Statik gelten schließlich die einschlägigen DIN- und Eurocode-Normen. Modul International stellt für einige Produktserien Statik-Berechnungen aus.   

Wie sieht es bei Auftritten im Ausland aus? 
Zwar gibt es Vereinheitlichungs-Tendenzen wie etwa die europaweiten Eurocodes. Trotzdem ergeben sich erhebliche Unterschiede durch nationale Gesetze und Auslegungen. Wir unterstützen die Messebauer mit Partnern und Vertretungen unter anderem in den USA, Großbritannien, Nordeuropa und Nordafrika.

Sollten bei Systemelementen TÜV- oder andere Prüfsiegel vorhanden sein? 
Prüfsiegel können erworben werden, sind aber nicht zwangsläufig erforderlich. Wir stehen dem Messebauer jedoch gerne beratend zur Seite.   

Womit tragen Ihre Systembau-Elemente zur Sicherheit bei? 
Ein gut geplanter Modul-Systemstand mit Seilverspannungen und Verstärkungs-Diagonalen bietet eine sehr hohe Steifigkeit und durch sein tragendes Skelett auch höchste bauliche Sicherheit.   

Brauchen Messebauer besondere Ausbildung für Ihre Systeme? 
Nein, denn die Modul-International-Systeme sind sehr leicht zu montieren. Dennoch bieten wir Praxis-Schulungen zu diversen Produktserien an. Damit schaffen wir für den Messebauer einen Mehrwert, denn so weiß er genauestens, wie er das Material sicher und schonend einsetzt.   

Was muss bei Transport, Logistik und Lagerung beachtet werden? 
Unsere überwiegend aus Aluminium bestehenden Elemente zeichnen sich durch geringe Transportgewichte und -volumina aus. Zudem lassen sie sich problemlos sachgemäß lagern und handhaben. Je nach Verwendung sind aber Vorkehrungen gegen Verkratzen vorteilhaft. Darüber hinaus sollte eine regelmäßige Prüfung auf Verschleiß und Funktion stattfinden.   

Welchen besonderen Tipp geben Sie Standplanern und -bauern an die Hand? 
Messebauer und Standplaner sollten sich immer rechtzeitig über die Verordnungen und Richtlinien informieren und sich bei Fragen oder individuellen Wünschen mit uns in Verbindung setzen (www.modul-int.com).

Olaf Krobitzsch - Geschäftsführer Mezzo Systems

Photo: Olaf Krobitzsch
Photo: Olaf Krobitzsch

Womit gewährleistet ein Messebauer absolute Sicherheit? 
Der Messebauer muss alle gültigen Gesetze für den Schutz von Personen und Sachen, den Brandschutz und weitere Regelungen schon bei der Planung berücksichtigen.   

Darf stets und überall auf die gleiche Weise gebaut werden? 
Generell kann man nicht davon ausgehen. Selbst am gleichen Ort sind je nach Veranstalter Differenzen möglich. Bei unterschiedlichen Standorten sind sie sogar sehr wahrscheinlich. Die Richtlinien werden auch oft überarbeitet und meist aufgrund von Vorfällen oder Gesetzesänderungen verschärft. Die gewünschte Umsetzung muss daher jedes Mal neu geprüft werden.   

Welches Sicherheits-Plus bieten Ihre Systembau-Elemente? 
Es ist zum Beispiel keine Überspannung der Verriegelung möglich. Die unteren Träger beziehungsweise Zargen besitzen eine Abrutsch-Sicherung. Diagonalverband und Winkelaussteifungen sorgen für zusätzliche Stabilität.   

Brauchen Messebauer besondere Zusatz-Ausbildungen für Ihre Systeme? 
Nein, denn ausschlaggebend für einen guten Messebauer sind Kreativität und handwerkliches Können. Anwender unseres Systems erhalten aber eine theoretische Schulung inklusive praktischem Probeaufbau eines Lehrstandes. Auch erstellen wir regelmäßig Unterlagen zu neuen Produkten und Anforderungen seitens der Messeplätze sowie detaillierte Planungsunterlagen mit Werksplänen.  

Wo liegt der Vorteil Ihrer Systemelemente bei Transport, Lagerung und Logistik? 
Da die Systeme zu den schlanksten auf dem Markt zählen, helfen sie, Platz und Gewicht zu sparen. Und mit einem gut durchdachten Modulbau-Konzept lassen sie sich noch dazu reduziert und schonend einsetzen.   

Haben Sie noch einen besonderen Praxistipp für Standplaner? 
Ein ausgereiftes Standkonzept, das vom Entwurf bis zur Montage alles Genannte erfüllt, ist ein Gewinn an Zeit, Budget und Freiraum zur Lösung von Problemen, die unabhängig davon auftreten können. Ganz zu schweigen von der Zufriedenheit der Aussteller, die ein gutes Konzept und eine professionelle Abwicklung immer durch Folgeaufträge honorieren (www.mezzo-systems.com).

 
 
 
 

Michael Daubner - Director Milos Concepts

Photo: Michael Daubner
Photo: Michael Daubner

Was muss in puncto Sicherheit beim Messebau beachtet werden? 
Die Vorschriften reichen von Brandschutz bis Statik und unterscheiden sich von Ort zu Ort. Auf vielen Messen sind etwa bei Bauten über vier Meter Höhe statische Nachweise gefordert. Wir stehen Messebauern mit Rat und Tat zur Seite, wie sie bauen dürfen und wie belastbar die Konstruktionen sind.     

Können Sie uns Beispiele für unterschiedliche Vorgaben nennen? 
In den USA übernehmen die dortigen Union Workers den Aufbau. Sie sind meist nicht geschult im Umgang mit Systemen. Ansonsten haben Sie mit Systemen aus Europa praktisch nirgends Probleme, denn sie erfüllen die europäischen Normen, und die sind die weltweit strengsten.   

Was zeichnet Ihre Systeme sicherheitstechnisch aus? 
Die Traversen und größeren Systeme sind TÜV-zertifiziert. Zu ihnen gibt es detaillierte Lasttabellen. Bei kleineren Systemen wie etwa T12 ein Displaysystem führen wir dokumentierte Bruch- und Belastungstests durch.   

Brauchen Messebauer eine besondere System-Ausbildung? 
Milos-Elemente sind prinzipiell selbsterklärend. Bei Vorhaben wie Doppelstock- oder Bühnenbauten mit großen Spannweiten empfehlen wir jedoch Schulungen, die wir inhouse oder beim Veranstaltungstechniker und Messebauer selbst anbieten.   

Was empfehlen Sie zu Transport und Lagerung?
Für kleinere Systeme wie etwa T12 bieten wir Kartons oder praktische Rolltaschen an. Alles größere Material sollte in den Transportkisten besonders vor Schäden geschützt werden. Wir haben zum Beispiel Stapelelemente für Traversen im Angebot.   

Haben Sie noch einen generellen Tipp für Standplaner? 
Standardlösungen aus der Schublade möchte niemand – wohl aber Lösungen mit Standard. Es gibt viele Standbausysteme, die ein hohes Maß an Individualisierung zulassen (www.milosconcepts.de).

Marcus Faust - Geschäftsführer LT Systems Europe

Photo: Marcus Faust
Photo: Marcus Faust

Gibt es bei den Sicherheitsvorgaben Unterschiede zwischen den Messeplätzen?
Allein in Deutschland gibt es, neben der Versammlungsstättenverordnung, unterschiedliche, von den Messegesellschaften erlassene Verordnungen und Vorschriften.   

Welchen Beitrag leisten Ihre Systembau-Elemente zur Sicherheit? 
Bauteile von LT-Systems wie Stützen oder Zargen besitzen eine hervorragende Verbundschloss-Technik und sind dadurch sehr rutschfest und stark belastbar. Das LT Systems Truss besitzt ein TÜV Süd-Zertifikat. Zudem wurde unsere gesamte Bearbeitungskette in China von der Gesellschaft für Schweißtechnik International zertifiziert.   

Brauchen Messebauer besondere Zusatz-Ausbildungen für Ihre Systeme? 
Im Prinzip sind die Systeme ohne Einweisung nutzbar. Wir entwickeln aber immer neue Lösungen, sei es auf spezifischen Kundenwunsch oder weil wir uns auf Messen zu Verbesserungen inspirieren lassen. Auf Anfrage bieten wir daher systemspezifische Schulungen an, auf denen wir mit den Messebauern zusammen beispielsweise einen kompletten Stand-Auf- und Abbau zu Übungszwecken durchführen.   

Wo liegt der Vorteil Ihrer Systemelemente bei Transport und Logistik? 
Zu unseren leichten, überwiegend aus Aluminium bestehenden Systemen haben wir eigens Kunststoff-Formteile entwickelt. Diese halten die Bauelemente auf Abstand voneinander in den Transportkisten. Wir empfehlen Messebauern, diese auch zu nutzen oder zumindest die Transportkisten zu unterteilen. So entstehen keinerlei Schäden oder Kratzer.  

Was würden Sie Standplanern gern noch mit auf den Weg geben? 
Trotz des ungeheuren Zeit- und Preisdrucks wünsche ich mir doch, dass mehr auf Qualität geachtet wird. Oft zählt nur der billigste Bau. Dabei sind individuelle, hochwertige Lösungen problemlos machbar (www.lt-systems.de).

 
 

Autor: Jens Kügler

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 3-4/2013

 
 

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