UFI in Shanghai: Mehr Wachstum, mehr Sicherheit

Auf oder ab? Wie entwickelt sich die Messewirtschaft in der ersten Jahreshälfte 2017? Was wird der Terrorgefahr entgegengesetzt? Antworten gibt das UFI Global Barometer.

Die Messewelt erwartet Zuwächse, auch wenn es regionale oder nationale Unterschiede gibt. (Photo: UFI)
Die Messewelt erwartet Zuwächse, auch wenn es regionale oder nationale Unterschiede gibt. (Photo: UFI)

Die wichtigste Umfrage des internationalen Messeverbandes UFI wurde im Juni durchgeführt und im Juli veröffentlicht – das „UFI Global Exhibition Barometer“. Dessen 17. Auflage enthält Angaben von 262 Messeunternehmen in 56 Ländern. Auf der Basis der Ergebnisse wurden regionale Schlüsseltrends ermittelt. Bedeutende Einflussfaktoren sind die weltwirtschafte Lage, die Situation im Heimatmarkt, der Wettbewerb innerhalb der Branche und interne Herausforderungen. Beim Blick auf die Weltregionen klingen die Prognosen für Nordamerika sehr positiv. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen erwarten Umsatzzuwächse für 2016 und im ersten Halbjahr 2017. Und über 50 Prozent der US-Messeunternehmen rechnen für 2016 mit mindestens zehn Prozent Gewinn. Ähnlich sieht es in Großbritannien aus. Allerdings wurden die Daten im Vereinigten Königreich vor der Volksabstimmung zur EU-Mitgliedschaft erhoben. Gute Perspektiven werden ebenso in verschiedenen anderen europäischen Märkten gesehen. In der Türkei ist die Erwartungshaltung gedämpft. Anders als in früheren Jahren erwarten dort deutlich weniger Messefirmen, dass die Gewinne steigen. Die Situation in Russland bleibt unverändert.

Corferias in Bogota: Südamerikas Messeunternehmen haben größeres Vertrauen für 2017. (Photo: Corferias)
Corferias in Bogota: Südamerikas Messeunternehmen haben größeres Vertrauen für 2017. (Photo: Corferias)

Eine Mehrzahl der Befragten aus Zentral- und Südamerika rechnet für das laufende Jahr mit Umsatzrückgängen. Gleichzeitig haben sie jedoch größeres Vertrauen, was den Zeitraum von Januar bis Juni 2017 angeht. Dann dürften auch die Gewinne wieder steigen – allerdings mit Ausnahme von Brasilien, das vom Trend abweicht. In Asien, dem Mittleren Osten und in Afrika sieht es beim „Profit“ beinahe so gut wie in den USA aus. Zwischen 30 und 50 Prozent der Messeunternehmen sehen für 2016 zweistellige Gewinnerwartungen. Etwas geringer ist bei dieser Kennzahl der Anteil in China, wo es bis zu 30 Prozent sind. Durchschnittlich ein Viertel der Interviewten im Asien-Pazifik-Raum, Afrika und dem Mittleren Osten können Umsätze im ersten Halbjahr 2017 nicht vorhersehen. Global betrachtet, scheinen die Ausblicke im Schnitt positiv: Die Messewirtschaft wird in den nächsten Monaten zulegen, auch wenn es regionale oder nationale Unterschiede und Herausforderungen gibt. Zudem spielt der Messeturnus eine Rolle, der beispielsweise in Deutschland dazu führt, dass 2016 ein messestarkes Jahr ist. Dies wiederum macht einen Vergleich der ersten Jahreshälften 2016 und 2017 recht schwierig.

Im Mittleren Osten erwarten zahlreiche Messeunternehmen aktuell zweistellige Profitraten. (Photo: TFI)
Im Mittleren Osten erwarten zahlreiche Messeunternehmen aktuell zweistellige Profitraten. (Photo: TFI)

Die Mehrzahl der befragten Messeverantwortlichen unternimmt mehr sicherheitsrelevante Aktivitäten. Das hängt mit wachsenden Gefahren durch den Anstieg der Terrorattacken rund um den Globus zusammen. Vorgesehene Schutzmaßnahmen sind zusätzliche „Screenings“ von Besuchern und Ausstellern, Kontrollen während der Veranstaltungen genauso wie ein weiteres Informieren der Teilnehmer. Auch ein gelegentlicher Abgleich von vorregistrierten Besucher wird genannt. Dies geschieht sinnvollerweise in Zusammenarbeit mit zuständigen Regierungsinstitutionen. Übrigens können die vollständigen Resultate des 17. UFI Global Exhibition Barometer im Internet unter www.ufi.org/research heruntergeladen werden. Die nächste Umfrage wird im Dezember 2016 durchgeführt und im Januar des neuen Jahres publik gemacht. Dann werden wir wissen, auf welche Weise sich einschneidende Ereignisse wie der angekündigte „Brexit“ auf die künftigen Messeerwartungen auswirken. 

Autor: Peter Borstel

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 5/2016

 
 

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