Russland: Ausländische Präsenz wird geschätzt

Trotz Ölpreisverfall, Rubelschwäche, hoher Kreditzinsen und der angespannten politischen Lage ist das Potenzial weiter da. Russlandgeschäfte sind aber schwieriger geworden.

Messe Upakovka/Upak Italia: Zufriedenheit angesichts der aktuellen schwierigen Bedingungen. (Photo: Messe Düsseldorf)
Messe Upakovka/Upak Italia: Zufriedenheit angesichts der aktuellen schwierigen Bedingungen. (Photo: Messe Düsseldorf)

In der Russischen Föderation und den Nachbarstaaten besteht erheblicher Investitionsbedarf. Das Interesse an modernen Maschinen, Produktionsanlagen und Hightech-Materialien ist nach wie vor sehr groß. Dies gilt gerade auch für die Nachfrage nach Verpackungstechnologien und Equipment für die Kunststoffverarbeitung. In beiden Segmenten war die Messe Düsseldorf unlängst aktiv: Ende Januar führte sie im Expocentre in Moskau zeitgleich die Messen Upakovka/Upak Italia und Interplastica durch.

Die Präsenz der zahlreichen ausländischen Aussteller zeigt ein anhaltend großes Vertrauen in den russischen Markt. „Das haben sie mit ihrer Teilnahme an der Upakovka/Upak Italia und der Interplastica bewiesen“, zieht Werner Matthias Dornscheidt rückblickend ein positives Fazit. „Angesichts der aktuellen schwierigen Bedingungen sind wir sehr zufrieden“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf über den Verlauf der Messen im Expocentre. Zahlreiche Besucher gaben an, die Präsenz international agierender Unternehmen sehr zu schätzen.

Werner Matthias Dornscheidt (l.) und Expocentre-Chef Sergey Bednov (M.) vertrauen auf ihre langjährige Partnerschaft. (Photo: Messe Düsseldorf / Expocentre)
Werner Matthias Dornscheidt (l.) und Expocentre-Chef Sergey Bednov (M.) vertrauen auf ihre langjährige Partnerschaft. (Photo: Messe Düsseldorf / Expocentre)

Allerdings ist die Finanzierung von Projekten äußerst schwierig geworden. Das macht den mittleren und kleineren Firmen zu schaffen. „Große Probleme bereiten den russischen Unternehmen die Schwäche des Rubel und die hohen Kreditzinsen von 30 Prozent oder darüber“, weiß Vera Fritsche vom Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). „Einige deutsche Hersteller bieten deshalb ihren langjährigen Kunden selbst Finanzierungsmodelle an.“ Laut einer Oktober-Umfrage unter den Mitgliedern besagten VDMA-Fachverbandes gaben rund 70 Prozent an, dass sich die Russland-Krise teils massiv auf ihre Geschäfte auswirkt: Es kämen weniger Anfragen und Aufträge, Projekte würden verschoben.

Vera Fritsche vom VDMA beurteilt die momentane Situation differenziert: „Im russischen Markt gibt es auch aktuell noch viele Projekte, die für die deutschen Maschinenbauer chancenreich sind.“ Entsprechend waren auch die Meinungen der Aussteller des Düsseldorfer Messedreigestirns unterschiedlich, wie zwei deutsche Firmen zeigen. Der Anbieter Hubert Gaisbauer spürte die Krise schon sehr deutlich: „Wer derzeit nicht unbedingt investieren muss, wartet ab, wie sich die Entwicklung fortsetzt“, beobachtete der Chef von Gaisbauer Technical Solutions aus Menden. „Für uns war es dennoch wichtig auszustellen, um den Kundenkontakt zu halten und zu signalisieren, dass wir zum Markt stehen.“ Positiver sieht es Theo Aldenhövel von Langguth aus Senden-Bösensell. „Wir hatten auf der Messe eine rege Nachfrage nach unseren Etikettiermaschinen“, so der Vertriebsingenieur während der Upakovka.

 
 
 
 

Welche Rolle die gegenwärtigen Sanktionen spielen, ist schwer zu sagen. Sie haben den Export in die Russische Föderation nicht grundsätzlich verändert. Es wird aber genauer hingeschaut, was mit den Produkten beim Endabnehmer passiert – das Russlandgeschäft ist zäher geworden. Das könnte sich auf die Beteiligungen an künftigen Messen auswirken. Beispiel Metalloobrabotka: Bei der Metallverarbeitungsmesse wird der deutsche Gemeinschaftsstand im Mai 2015 nicht die Vorjahreszahl von 135 Ausstellern erreichen (www.messe-duesseldorf.de).

 

Autor: Peter Borstel

Dieser Artikel ist erschienen in TFI Heft 2/2015

 
 

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