Wie werden Messebesucher mit Multitouch-Anwendungen erreicht?

Multitouch-Systeme ermöglichen Ausstellern auf Messen zahlreiche Optionen. Es gibt einfache, unternehmensbezogen gestaltbare Anwendungen und eine hohe Aufmerksamkeit zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Photo: Matthias Woggon
Photo: Matthias Woggon

Experte: Matthias Woggon
Geschäftsführer 
eyefactive 
Wedel

Fernwirkung erzielen 

Dass interaktive Aktionen in der Halle weithin sichtbar sind, ist eine durchaus erwünschte (Neben)Wirkung. Ein Multitouch-Tisch auf einem Messestand wird fast immer zum Eyecatcher. Er sorgt für den „Wow“-Effekt und es bilden sich oft Menschentrauben, die wiederum andere Interessenten neugierig machen und anlocken. Aussteller können diese Sogwirkung noch verstärken, etwa durch Musik und Sound oder wenn Displays als Standwände zum Einsatz kommen. 

Intuitiv steuern 

Das iPhone braucht keine Bedienungsanleitung. Ein ähnliches Prinzip liegt den Multitouch-Anwendungen zugrunde: Sie sollen möglichst einfach sein. Egal, ob Wissensvermittlung oder Spiele – der Nutzer muss sofort verstehen, was er machen kann. Diese intuitive Steuerung ist aufgrund der Verbreitung von Smartphones mittlerweile bei den meisten Menschen gelernt.   

Multi-User-Anwendung für Mercedes auf der IAA (Photo: eyefactive)
Multi-User-Anwendung für Mercedes auf der IAA (Photo: eyefactive)

Effektives Marketing 

Neu ist der Multi-User-Ansatz. Der Aussteller benötigt nur noch ein System anstatt diverser Terminals. Damit können mehr Leute die Anwendung gleichzeitig bedienen. Keiner geht verloren, weil gerade das einzige Terminal besetzt ist. Darüber hinaus lassen sich unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen auch direkte Kontakte mit potenziellen Kunden erzielen und Erfolge messen – etwa über interaktive Gewinnspiele oder Umfragen. Auch können Infomaterialien durch die Eingabe der E-Mail-Adresse abgerufen werden. Der Erhalt der digitalen Unterlagen verstärkt beim Empfänger die Wirkung von Multitouch-Anwendungen über den Messeauftritt hinaus.   

Neuartige Optionen 

Durch Multitouch-Systeme entstehen interaktive Möglichkeiten, die mit herkömmlichen PCs nicht oder nur eingeschränkt durchführbar waren – beispielsweise Maschinen für eine komplette Produktionslinie zusammenzustellen, mit Kunden eine Finanzierung zu erarbeiten oder gemeinsam einen Messestand zu gestalten.

Modulares System 

Die Visualisierung auf dem Display wird über mehrere Beamer projiziert. Anders als bei LED- oder TFT-Technologien können dadurch nahtlose und auch runde Displayflächen erzielt werden. Auf diese Weise ergeben sich gestalterische Optionen – die Multitouch-Tische lassen sich an das bestehende oder geplante Standdesign des Ausstellers anpassen. Und: Die Toucherkennung erfolgt über Kameras, die unendlich viele Berührungspunkte und Objekte ermitteln können. Zudem sind die Displayflächen äußerst robust gegenüber Stößen oder Flüssigkeiten, da sich die Technik hinter der Oberfläche befindet.   

Produkte visualisieren 

Aus Platz-, Transport- und Kostengründen können nicht immer alle Produkte eines Ausstellers auf Messen gezeigt werden. Multitouch-Systeme helfen dabei, nicht vorhandene Exponate oder komplexe Dienstleistungen einfach und interaktiv begreifbar zu machen.   

Überschaubare Kosten 

Im App-Store stehen Multiuser-Apps für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten zur Auswahl. Über eine Art Content-Management-System können Kunden die Apps individuell an ihr eigenes Design anpassen und multimediale Inhalte integrieren – schnell, einfach und ohne jegliche Programmierkenntnisse. Alle Apps lassen sich in vollem Funktionsumfang auf dem PC oder Notebook als kostenloser Download testen (www.multitouch-appstore.com). Da die Apps bereits entwickelt wurden, ist ihre Nutzung vergleichsweise kostengünstig. Hinzu kommen Kosten für Kauf oder Miete der „Hardware“ (eine Box/mehrere Boxen mit Beamer und Kamera), CD-gerechte Gestaltung und Nebenkosten wie Transport. Eine „sinnvolle“ Multitouch-Anwendung auf einer viertägigen Messe gibt es ab 5.000 Euro aufwärts. Teurer wird es, wenn Entwicklungen oder Programmierungen eigens für einen Messeauftritt durchgeführt werden. Die Kosten steigen dann mit dem dabei entstehenden Zusatzaufwand.   

 
 

Das Unternehmen eyefactive wurde Mitte 2009 von den Medieninformatikern Johannes Ryks und Matthias Woggon gegründet. Es ging als Spin-Off aus der Fachhochschule Wedel hervor: Bereits Anfang 2007 wurde hier im Rahmen eines Studienprojektes ein erster Prototyp entwickelt. Multitouch-Technologie war zu dieser Zeit noch weitestgehend unbekannt.

Dieser Beitrag ist erschienen in TFI Heft 2/2014

 
 

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