Aktuelle Ausgabe

Messevisa: Lange Wartezeit für Messebesucher aus der Türkei

31.08.2026

Wartezeiten für Aussteller und Besucher aus dem visumpflichtigen Ausland, die an Messen in Deutschland teilnehmen wollen, bleiben eine Herausforderung.

Gerade in der Türkei sind die Wartezeiten lang und schwer planbar. Das zeigt die aktuelle Messevisa-Umfrage des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA unter den Auslandsvertretungen deutscher Messeveranstalter. Zu den größten Problemen zählen fehlende oder schwer planbare Termine zur Visumbeantragung. Dies führt beispielsweise dazu, dass Delegationsreisen nach Deutschland, Länderpavillons oder Messeteilnahmen hierzulande nur eingeschränkt oder sogar gar nicht stattfinden können. 

Besucher besonders betroffen

Für Aussteller aus der Türkei gibt es zwar ein vereinfachtes Walk-in-Verfahren ohne lange Wartezeiten. Messebesucher, für die diese Sonderregelung wiederum nicht gilt, müssen sich nach wie vor auf lange Wartezeiten einstellen. So heißt es auf der Webseite der deutschen diplomatischen Vertretungen in der Türkei: „Derzeit kommt es an allen drei deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei zu längerer Wartezeit von der Terminregistrierung bis zur abschließenden Bearbeitung der Visumanträge. Diese Wartezeit kann bis zu elf Monaten betragen.“ Das ist ein Zustand, der einen Messebesuch in Deutschland für Einkäufer und Entscheider unattraktiv macht.

In China und Indien, zwei weiteren großen Ausstellerländern mit Visumpflicht, sind lange Wartezeiten dagegen kein größeres Problem mehr. Allerdings wird aus China von Problemen mit dem Buchungsportal berichtet, das nicht stabil läuft und Fehlermeldungen auswirft, so dass eine Terminbuchung technisch häufig nicht möglich ist. 

Es braucht internationale Gäste

Das internationale Publikum bleibt wichtiger Erfolgsfaktor für den Messeplatz Deutschland: Allein aus China kamen 2025 nach AUMA-Berechnungen rund 126.000 Besucher und knapp 18.000 Aussteller auf deutsche Messen, aus der Türkei rund 76.000 Besucher und 4.390 Aussteller. Aus Indien kamen zuletzt rund 49.300 Besucher und 3.310 Aussteller. 

Für die deutsche Messewirtschaft ist eine verlässliche Visumerteilung von zentraler Bedeutung: Deutschland ist Messeplatz Nummer 1 in der Welt, zwei Drittel aller Leitmessen der Weltwirtschaft finden hierzulande statt. Können Aussteller oder Besucher nicht rechtzeitig einreisen, gefährdet dies Geschäftsanbahnungen, die internationale Reichweite und letztlich auch die Reputation der Messen in Deutschland. Der AUMA setzt sich für eine stärkere Berücksichtigung von Messeteilnehmern bei der Terminvergabe und Visumerteilung ein. Dazu gehören ausreichende Kapazitäten in den Visastellen, besondere Kontingente für verifizierte Messeteilnehmer, die Digitalisierung des Verfahrens sowie eine schnellere Erteilung von Mehrjahresvisa für regelmäßig reisende Geschäftsleute. 

Die Ergebnisse der Umfrage wird der AUMA gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern deutscher Messegesellschaften beim Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz am 8. September in Berlin nutzen, um mit Botschaftern und Generalkonsuln gezielt über die bestehenden Probleme zu sprechen. Ziel ist es, die Relevanz verlässlicher und schneller Visumverfahren für die deutsche Wirtschaft zu verdeutlichen und konkrete Lösungen für Messeteilnehmer zu erreichen.

 
 

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