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IPM Essen 2026: Positive Impulse für die Gartenbaubranche

03.02.2026

Ein positives Signal in herausfordernden Zeiten: Die IPM Essen 2026 verzeichnete mit 1.476 ausstellenden Unternehmen drei Prozent mehr Aussteller als im Vorjahr.

Das wurde in der Branche als klares Zeichen von Vertrauen und Relevanz wahrgenommen. Auch die Rückkehr einzelner Unternehmen unterstrich die Attraktivität der Messe als internationale Business-Plattform. Laut Befragung beabsichtigen über 85 Prozent der Aussteller, erneut teilzunehmen. „Die IPM Essen ist die zentrale und internationale Plattform für Orientierung, Austausch und Zukunftslösungen“, resümiert Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen. „Die Vernetzung innerhalb der Gartenbaubranche ist heute wesentlich – als Schlüssel, um Trends früh zu erkennen, gemeinsam Antworten auf strukturelle Herausforderungen zu finden und neue Chancen konsequent zu nutzen.“ 

Hoher wirtschaftlicher Druck, unsichere Märkte sowie steigende Anforderungen an Produktion und Vermarktung bestimmten die Gespräche – zugleich war ein ausgeprägter Zukunftswille spürbar. Entsprechend groß war der Bedarf an Information, neuen Technologien, innovativen Produkten und zeitgemäßen Verkaufskonzepten, um das eigene Geschäft nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen. Insgesamt besuchten Ende Januar nahezu 40.000 Messegäste die 42. Weltleitmesse des Gartenbaus.

Inhaltlich spiegelte die Messe die zentrale Aufgabe der Branche wider: Innovationen marktfähig zu machen, Ressourcen zu schonen, neue Zielgruppen zu erreichen und die gesellschaftliche Bedeutung des Gartenbaus sichtbar zu verankern. „Die IPM Essen hat sich einmal mehr als Schaufenster der Grünen Branche erwiesen – und zugleich als zentraler Treffpunkt sowie Marktplatz für Gärtnerinnen und Gärtner aus aller Welt. Hier hat sich erneut gezeigt, wie innovativ der Gartenbau auf aktuelle Herausforderungen reagiert“, fasst Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Zentralverbandes Gartenbau und Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen, zusammen.

Hohe Internationalität

Die Rückmeldungen aus der Besucherbefragung unterstreichen die Bedeutung der IPM Essen als internationale Entscheiderplattform. 41 Prozent der Befragten reisten aus dem Ausland an. Unter den ausländischen Fachbesuchern stellten die Niederlande die stärkste Besuchergruppe, gefolgt von Italien und weiteren europäischen Märkten wie Tschechien, Belgien, Frankreich und Rumänien. Auch Großbritannien/Nordirland, Spanien und die USA waren unter den wichtigsten Herkunftsländern vertreten. Die Messe war zugleich ein Ort konkreter Geschäftsanbahnung: 22 Prozent des Fachpublikums gaben zum Zeitpunkt der Befragung an, auf der IPM Essen direkt zu ordern. Weitere 63 Prozent planen aufgrund der Kontakte und Informationen Käufe im Anschluss. Die Besucherqualität blieb hoch: 68 Prozent der Befragten bezeichneten sich als Entscheider.

Volles Rahmenprogramm 

Die IPM Essen 2026 hatte ein prallgefülltes Rahmenprogramm – so umfangreich wie selten zuvor. Das Gärtnerforum in Halle 2 sowie das Innovationscenter Gartenbautechnik in Halle 4 verzeichneten ein besonders großes Interesse und punkteten mit hochkarätigen Vorträgen. Zu den Highlights gehörten die Paneldiskussion „Fairtrade stärkt Frauen“ und die Produktpräsentation von Hexafarms „Lassen Sie unsere KI Ihr Klima interpretieren – 24/7“. Deutlich wurde dabei, wie stark die Branche aktuell nach Einordnung, Best-Practices und konkreten Lösungsansätzen sucht – von Produktion über Vermarktung bis hin zu strategischen Zukunftsthemen.

Besonders positiv aufgenommen wurde die neue Gehölz-Arena in Halle 7. Sie gab Antworten auf drängende Fragen der klimaangepassten und klimafördernden Stadtbegrünung und machte die wachsende gesellschaftliche Tragweite des Gartenbaus sichtbar: Urbane Resilienz, Lebensqualität und klimaangepasste Grünkonzepte rücken stärker in den Fokus – ein wichtiger Hebel, um der Branche Perspektiven aufzuzeigen und ihre Relevanz in Öffentlichkeit und Politik zu stärken. Zu den Publikumsmagnete zählten die Vorträge „Gehölze für die Zukunft – Pflanzenauswahl für überflutungsgefährdete Räume“ und „Biodiversität beginnt in den Genen – Bedeutung gebietseigener Gehölze“.

Nachhaltiger Gartenbau 

Torfreduzierte und umweltfreundliche Substrate waren nicht nur an den Messeständen ein zentrales Thema. Auf der Internationalen Pflanzenmesse in Essen starteten mit dem ersten „Runden Tisch“ Gespräche zum Ausstieg aus der Torfnutzung und zu möglichen Alternativen. Der direkte Austausch aller Beteiligten stand im Vordergrund – praxisnah, lösungsorientiert und mit erkennbar hoher Aufmerksamkeit. Bei einem Spitzentermin der Grünen Verbände stellte sich zudem Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, den Fragen der Teilnehmenden – ein sichtbares Zeichen dafür, dass die IPM auch als Dialogplattform an der Schnittstelle von Branchen-Organisationen und Politik wirkt.

Klimaresiliente Pflanzen sind weiterhin ein zentrales Feld neuer Züchtungen und Produktentwicklungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich der Markt stärker zu Pflanzenkonzepten entwickelt, die Lifestyle vermitteln und weniger das einzelne Produkt als solches in den Mittelpunkt stellen. Ergänzend rückten nachhaltige und smarte Produktion, alternative Materialien sowie Verpackungen und die Kreislaufwirtschaft in den Fokus – nicht als Zusatz, sondern als strategische Notwendigkeit.

Auch die Transformation von Kommunikation und Verkauf war ein spürbarer Schwerpunkt. Mit dem neuen Content-Creator-Event „Green Vibes“ erhielt Social-Media-Marketing eine eigene Bühne: Die Branche befindet sich auch in der Ansprache von Zielgruppen im Wandel. Der Online-Handel gilt als großes Zukunftsfeld – besonders für Produkte wie Blumen und Pflanzen, die bisher stark stationär gekauft werden. In diesem Kontext wurden neue Zugangs- und Convenience-Lösungen vorgestellt: etwa Blumenautomaten oder Smart-Gardening-Produkte, die den Zugang zu Blumen und Pflanzen so einfach wie möglich machen sollen.

Die nächste Weltleitmesse des Gartenbaus findet vom 26. bis 29. Januar 2027 in der Messe Essen statt.

 
 

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